Plötzlicher Herztod bei Sportlern
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Der plötzliche Herztod bei Sportlern kommt in letzter Zeit immer häufiger vor. Eine Reihe von spektakulären Todesfällen in der Vergangenheit hat zu einer breiten öffentlichen Diskussion um die medizinische Betreuung von Profi-Sportlern geführt.
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Ursachen
Ursache für den Herztod der Sportler könnte in den häufigsten Fällen ein Herzfehler gewesen sein. Darunter versteht man eine angeborene Struktur- oder Funktionsanomalie des Herzens oder der angrenzenden Gefäße, die zu Funktionseinschränkungen des Herz-Kreislauf-Systems oder des Herz-Lungen-Systems führen. Die besonders bei starker sportlicher Belastung über lange Zeit, wie bei Leistungssportlern und Sportprofis üblich, zum Tod führen können. So können im Zusammenhang mit der sportlichen Belastung ein nicht entdeckter angeborener Herzfehler, eine durch Viren oder Bakterien hervorgerufene Entzündung (Myokarditis), krankhafte Veränderungen des Herzens, Störungen in der Erregungsleitung oder Doping für den Zusammenbruch des Sportlers verantwortlich sein.
Verhinderung
Mittlerweile versuchen viele Fußballvereine in Deutschland aus der Fußball-Bundesliga und Zweiten Bundesliga ihre Spieler regelmäßig auf Anfälligkeiten hin medizinisch zu untersuchen.
Der Bund deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) richtete 2004 sogar einen internationalen Trainerkongress (ITK) zum so genannten Plötzlichen Herztod beim Bundesliga-Fussball aus. Bis zu 600 Teilnehmer, darunter 40 Trainer aus 20 Ländern, wurden von Medizinern auf dem Kongress auf mögliche Ursachen des Plötzlichen Herztodes hingewiesen. Insgesamt betrachtet seien die Vorfälle des Plötzlichen Herztodes jedoch eher selten, jedoch haben trotzdem die regelmäßigen sportmedizinischen Untersuchungen große Bedeutung zur Vorbeugung.
Verstorbene Fußballspieler
- Ein 16 Jahre alter Fußballspieler ist am 10. Februar 2005 bei einem Vorbereitungsspiel seines Vereins am Vorarlberger Damm in Berlin-Schöneberg zusammengebrochen. Er klagte über Atemnot und starb noch auf dem Rasen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Ein Notfallseelsorger mußte anschließend die Zeugen des Vorfalls betreuen. Der SV Empor aus Prenzlauer Berg war am Mittag gegen den 1. FC Schöneberg angetreten. Der 16jährige gehörte der Gastmannschaft an und spielte in der B-Jugend (Landesliga).
- Nedžad Botonjič (* 25. August 1979; † 7. Februar 2005) war ein slowenischer Fußballspieler. Seit 2003 stand er im Tor des Spitzenklubs NK Olimpija Ljubljana. Am Abend des 7. Februar 2005 brach Botonjič im Training nach einem Herzinfarkt zusammen. Trotz sofort eingeleiteter Hilfsmaßnahmen konnte er nicht wieder belebt werden.
- Cristiano de Lima Junior (* 5. Juni 1979 in Brasilien; † 5. Dezember 2004 in Indien) war brasilianischer Profi-Fußballspieler. De Lima brach am 5. Dezember 2004 während des Finales um den indischen Föderationen-Cup zusammen, nachdem er Sekunden zuvor das 2:0 für seinen Verein erzielt hatte und dabei mit dem gegnerischen Torwart zusammengeprallt war. De Lima spielte für den Demo Sports Club. Wiederbelebungsversuche auf dem Platz und im Hosmat-Krankenhaus der Provinz Bangal waren erfolglos. Der Grund für den Zusammenbruch war wahrscheinlich ein unerkannter Herzfehler.
- Serginho, mit bürgerlichem Namen Paulo Sergio Oliveira (* 19. Oktober 1974; † 27. Oktober 2004 in São Paulo), war ein brasilianischer Profi-Fußballspieler. Der 30-jährige Vorstopper des Fußballvereins São Caetano brach während eines Spitzenspiels gegen den FC São Paulo im dortigen Morumbi-Stadion in der 59. Spielminute zusammen und starb. Trotz 45-minütiger Reanimationsversuche auf dem Platz und im Krankenhaus konnte er nicht wieder belebt werden. Nach Angaben der Ärzte erlitt Serginho einen plötzlichen Herz- und Atemstillstand. Insider wussten schon länger von Herzproblemen Serginhos. Nach seinem Tod machte sich darum Wut unter Kollegen und Fans breit, die die Verantwortlichen anklagen. Der verstorbene Serginho ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen brasilianischen Fußballspieler des AC Milan.
- Im Juni 2004 brach der deutsche Fußballschiedsrichter Volker Raquet bei einem Jugendspiel tot zusammen. Er pfiff für den DFB Spiele der 2. Bundesliga und war als Assistent auch in der ersten Bundesliga aktiv.
- Innerhalb eines Monats beklagte der ukrainische Verein Arsenal Kiew gleich zwei Todesfälle - Anfang Januar 2004 verstarb der georgische Nationalspieler Schalwa Apchasawa 23-jährig an den Folgen eines Herzinfarktes, kurze Zeit später brach sein 18-jähriger Klubkollege Andrej Pawitskij während des Trainings zusammen und starb.
- Miklós Fehér [ˈmikloːʃ ˈfɛheːr] (* 20. Juli 1979 in Tatabánya; † 25. Januar 2004 in Guimarães) war ein ungarischer Fußballnationalspieler. Am 25. Januar 2004 erlitt der Stürmer im Meisterschaftsspiel Vitoria Guimarães – Benfica Lissabon kurz vor Spielende einen Herzinfarkt. Er war erst in der 60. Minute eingewechselt worden. Versuche, ihn auf dem Spielfeld wiederzubeleben, blieben erfolglos.
- Marc-Vivien Foé (* 1. Mai 1975 in Nkolo, Kamerun; † 26. Juni 2003 in Lyon, Frankreich) war ein kamerunischer Mittelfeldspieler. Er spielte bei Lens (1995 - 1999), West Ham United F.C. (1999/2000), Olympique Lyonnais (2000-2002) und zuletzt bei Manchester City F.C. (2002/2003). Am 26. Juni 2003 brach Foé bei dem Halbfinale des FIFA Confederation Cup zwischen seinem Land und Kolumbien zusammen und verstarb kurz darauf noch auf dem Weg vom Feld zum Krankenhaus.
- 2003 starb der brasilianische Zweitligaspieler Max von Botafogo Riberao Preto nach einem Training.
Weitere verstorbene Sportler
- Sergei Scholtok (lettisch Sergejs Žoltoks; russisch Сергей Жолток; * 2. Dezember 1972 in Riga, Lettland; † 3. November 2004 in Minsk, Weißrussland) war ein lettischer Profi-Eishockeyspieler. Scholtok war Center der Nashville Predators. Er war zwölf Jahre lang in den USA und Kanada im Profi-Hockey aktiv. In dieser Zeit bestritt Scholtok 588 Eishockeyspiele. Wegen des Lockouts in Nordamerika spielte er in seiner Heimat für Riga 2000. Bereits vor längerer Zeit litt Scholtok unter körperlichen Beschwerden, wurde aber nach Untersuchungen von den Ärzten wieder für spielfähig erklärt. Scholtok ist am 3. November 2004 während eines Spiels für seinen Klub Riga 2000 in Minsk/Weißrussland zusammengebrochen und erlag wenig später einer Herzschwäche. Er hatte zum Zeitpunkt seines Zusammenbruches nicht gespielt, sondern stand hinter der Bande und beobachtete das Spiel. Er hinterließ eine Frau und zwei Söhne.
- Beim lettischen Basketballer Raimond Jumikis blieben alle Wiederbelebungsversuche noch auf dem Parkett erfolglos. Der 23-Jährige war bei einem Spiel der schwedischen Profiliga zusammengebrochen.
- Auch der 34-jährige litauische Basketballspieler Tauras Stumbrys starb während eines Matches in Kaunas.
- Florence Griffith Joyner (* 21. Dezember 1959 in Mojave/California; † 21. September 1998) war eine US-amerikanische Leichtathletin und Olympiasiegerin. 1998 erlitt sie einen leichten Schlaganfall und starb überraschend am 21. September im Alter von nur 38 Jahren. Die Gründe für den Tod waren widersprüchlich; von plötzlichem Herztod über einen seltenen Hirntumor bis zu Ersticken nach einem epileptischen Anfall war die Rede.
Selbstverständlich darf die Vermutung, dass Doping zu diesen Todesfällen beigetragen hat durchaus in Betracht genommen werden. Kategorie:Fußball Kategorie:Sport
