Plutino

Als Plutinos werden in der Astronomie jene Objekte des Kuipergürtels bezeichnet, deren Bahnelemente mit denen von Pluto vergleichbar sind. Diese Umlaufbahnen werden durch eine 3:2 Resonanz zur Umlaufbahn des Planeten Neptun stabilisiert, das heißt während dreier Neptunumläufe umrunden sie die Sonne zweimal.
Durch diese Synchronisierung werden enge Begegnungen mit Neptun vermieden, sodass um Umkreis dieses äußersten Riesenplaneten nur solche Bahnen über längere Zeit stabil sind. Die ersten drei Plutinos wurden am 14. und 16. September 1993 - 63 Jahre nach Pluto - entdeckt. Gegenwärtig schätzt man die Anzahl der größeren Plutinos (über 100km) auf mehr als 1000. Diese Schätzungen sind jedoch noch sehr vage, da nur wenig Daten über die KBOs vorliegen.

Vermutliche Entstehung

Während der Entstehung des Sonnensystems wurden durch Neptun Planetesimale in den äußeren Bereich (Kuipergürtel und Oortsche Wolke) geschleudert, wodurch sich seine Umlaufbahn vergrößerte. Durch Simulationsrechnungen konnte nachgewiesen werden, dass er dabei auf seinem Weg die bereits vorhandenen Objekte in der 3:2 Resonanz wie ein Schneepflug vor sich "hergeschoben" hat.

Große und bekannte Plutinos
Name Durchmesser große
Halbachse
Perihel Aphel Umlaufzeit Inklination Exzentrität
Pluto 2320 km 39,2 AE 29,6 AE 48,8 AE 248 Jahre 17,1° 0,244
Charon 1270 km 39,2 AE 29,6 AE 48,8 AE wie Pluto 17,1° 0,244
1993 RO ~140 km 39,06 AE 31,5 AE 46,6 AE ~247 Jahre 3,7 ° 0,194
1993 SB ~200 km 39,24 AE 26,7 AE 51,8 AE 248 Jahre 1,9 ° 0,320
1993 SC ~300 km 39,37 AE 32,16 AE 46,58 AE 251 Jahre 5,2 ° 0,183
Huya 540 km 39.72 AE 28.6 AE 50.9 AE ~250 J. 15.5 ° 0.281
Ixion 1065 km 39.48 AE 29.9 AE 49.0 AE ~250 J. 19.6 ° 0.242
Orcus 1500 km 39.47 AE 30.9 AE 48.1 AE ~250 J. 20.6° 0.218

Siehe auch: Liste der Asteroiden, Transneptune, Zentauren

Weblinks

See also: Plutino, 14. September, 16. September, 1993, Asteroid, Asteroidengürtel, Astronomie, Bahnelement