Musikleistung

Mit der Musikleistung wird bei Verstärkern und Lautsprechern ein kurzzeitig erreichbarer (Leistungs-)Spitzenwert pro Kanal angegeben. In der Werbung wird die Musikleistung häufig als mit PMPO abgekürzt. Die Abkürzung ist nicht genau festgelegt und bedeutet Peak Music Power Output oder Pulse Maximum Power Output oder Peak Momentary Power Output oder Peak Maximum Power Output, genaugenommen müsste sie mit Pre Mortem Power Output übersetzt werden. Ebenso wie die Abkürzung ist auch die Größe selbst physikalisch nicht definiert, im Gegensatz zur Sinusleistung.

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Allgemein

Zu diesem Begriff gibt es keine anerkannten Definitionen und Messverfahren. Vornehmlich für Verkaufsaussagen soll diese wirklich "abgeschätzte" Leistungsangabe hohe Werte suggerieren. Grundlage ist eine geschickte Verrechnung von Werten unter optimalen Annahmen, wie: Kurzzeitimpuls, Schätzung des theoretischen Maximalwerts, Verzerrungen 5% und mehr, bei Mehrkanalsystemen Addition sämtlicher Kanäle usw.. Eigentlich bezieht sich diese Angabe auf die Ausgangsleistung (output power) eines Verstärkers, wird aber auch für die Kennzeichnung der Eingangsleistung von Lautsprechern verwendet.

In einem Vergleich mehrerer Einzellautsprecher wurden Faktoren von 8 bis zu 50 zwischen den PMPO-Leistungsangaben und der genormten Nenn-Sinusleistung eines Lautsprechers festgestellt. Bei Addition aller Kanäle eines Mehrkanalsystems kann dieser Faktor mehr als 100 betragen. Ein Beispiel ist die Angabe "300 W PMPO" für ein Stereo-Lautsprecherpaar, bestehend aus zwei Lautsprechern mit einer Nenn-Sinusleistung von jeweils 3 W, was man schon am Stecker-Netzteil ablesen kann.

Lautsprecher

Mit PMPO bezeichnet man die theoretisch höchste Leistung, die ein Lautsprecher aufnehmen kann, ohne zerstört zu werden. Der Wert sagt allerdings nichts darüber aus, wie lange eine solche Maximalbelastung bestehen kann, ohne das Produkt zu zerstören. PMPO wird von manchen Lautsprecherherstellern (Multimedia) verwendet, um ein Produkt mit einer verkaufsfördernden imposanten Leistungszahl auszustatten.

Verstärker

Weiter beschreibt die PMPO-Leistungsangabe bei Verstärkern die rechnerisch maximale Ausgangsleistung. Dazu wird als Berechnungsgrundlage angenommen, dass die symmetrische Versorgungsspannung auch bei erheblicher Last nicht einbricht und der maximale theoretische Spannungshub den der Verstärker von sich geben kann, zwar nur für einen Bruchteil einer Sekunde anliegt, er aber existent ist. Die daraus berechnete Leistungsangabe wird dann mit der Anzahl der Kanäle multipliziert. Somit hat man die PMPO-Leistung errechnet. Vergessen wird aber hierbei, dass der Spannungshub nicht der Effektivspannung entspricht und ein Netzteil eines Verstärkers nicht 100% laststabil ist. Erst recht nicht, wenn man den Verstärker auf allen Kanälen voll belastet. Eine Umrechnung auf aussagekräftigere Leistungsangaben ist wegen der uneinheitlichen, theoretischen Berechnungsgrundlagen nicht möglich.

Kritik

In der Regel ist davon auszugehen, dass PMPO-Angaben ein Kennzeichen für einfache Multimedia-Geräte (low end) sind. Von Kritikern wird die PMPO-Leistung als reine Schätz- oder Wunschleistung der Hersteller der Produkte bezeichnet, was auch oft zutreffend ist. Der Anwender soll über das wahre Leistungsvermögen im Unklaren gelassen werden. Im allgemeinen werden nur leistungsschwache und billige Komponenten mit einer PMPO-Angabe beworben, für hochwertige Komponenten wird die wesentlich aussagekräftigere Sinus-RMS-Leistung angegeben. Experten lehnen die PMPO-Leistungsangabe ab, da diese ohne Aussagekraft für die Anwendung ist.

Anerkannte Kennwerte

Bei Geräten für höhere Ansprüche stellen seriöse Hersteller ausführliche Datenblätter zur Verfügung und werben mit genormten, nachvollziehbaren Kennwerten.

Ausgangspunkt zur Dimensionierung zuverlässiger Systeme sind technisch fundierte Angaben unter Bezugnahme auf die einschlägigen Normen. International genormte Definitionen und Messverfahren für Kennwerte elektroakustischer Geräte (z. B. Mikrofone, Lautsprecher, Verstärker) sind festgelegt in den Normen der Reihe DIN EN 60268 bzw. DIN IEC 60268.

Zur Beschreibung der aufgenommenen elektrischen Leistung sind die Werte anzugeben: Nenn-Rauschleistung, Nenn-Sinusleistung, maximale Langzeit-Eingangsleistung, maximale Kurzzeit-Eingangsleistung (empfohlen).

Diese Werte charakterisieren nur die elektrische Leistungsaufnahme eines Lautsprechers und enthalten noch keine Aussage über dessen Nutzleistung in Form des abgestrahlten Schallsignals. Die Leistung des Nutzsignals ist zusätzlich als mittlerer Schalldruckpegel (Kennschalldruckpegel) in einem angegebenen Frequenzband anzugeben.

Hier gibt es beispielsweise erhebliche Unterschiede zwischen Lautsprechern. Bei gleicher Leistungsaufnahme kann sich der Schalldruck unterschiedlicher Lautsprecher um den Faktor 10 und mehr unterscheiden. So kann ein Verstärker mit einer Nenn-Ausgangsleistung von 5 W denselben Lautstärkeeindruck hervorrufen wie einer mit 50 W, angeschlossen an einen Lautsprecher mit einem um 10 dB geringerem Kennschalldruckpegel.

Zur Beurteilung der Eignung von Lautsprechern für bestimmte Anwendungen werden weitere Kennwerte benötigt: Nenn-Impedanz, Resonanzfrequenz, Frequenzgang, Übertragungsbereich, Richtdiagramme, Gesamtklirrfaktor usw.. Die Messverfahren für alle genannten Kennwerte sind beschrieben in: DIN EN 60268-5 "Elektroakustische Geräte - Teil 5: Lautsprecher".

Zur Charakterisierung hochwertiger Lautsprecher im Heimbereich wird nur ein Teil der in DIN EN 60268-5 festgelegten Kennwerte benötigt. Die für diesen Einsatzbereich anzugebenden Kennwerte legt die Norm fest: DIN EN 61305-5 "Hi-Fi-Geräte und -Anlagen für den Heimgebrauch - Verfahren zur Messung und Angabe der Leistungskennwerte - Teil 5: Lautsprecher".

See also: Musikleistung, Lautsprecher, Sinus-RMS-Leistung, Sinusleistung, Verstärker (Technik)