Pointe
Eine Pointe (v. französ.: pointe Spitze, aus spätlat.: puncta Stich) ist ein geistreicher überraschender Schlusseffekt als Stilfigur in einem rhetorischen Ablauf z. B. eines Witzes. Der komische oder geistreiche Effekt der Pointe beruht auf der plötzlichen Erkenntnis von sinnstiftenden Zusammenhängen zwischen inkongruenten (nicht zusammenpassenden) Konzepten.
Gero von Wilpert beschreibt die Pointe als eigentliche, unerwartete Sinn.
In der Regel ist das Auftreten der Pointe durch die rhetorische Konstruktion formell genau programmiert, mitunter vorhersehbar. So steht sie in einem Limerick immer in der letzten Zeile.
Als Pointe wird auch eine überraschende Wendung in einer dramatischen Handlung bezeichnet. (Zum Beispiel in einem Film.)
Geschichte
Der Begriff „Pointe“ wurde Ende des 18. Jh.s aus der französischen Poetik übernommen und ersetzte Begriffsnamen wie „Spitzfindigkeit“ und „acumen“.
Beispiele (Literatur)
- Die meisten Kurzgeschichten enden mit einer Pointe.
- Anekdoten enden immer mit einer Pointe.
- Viele Epigramme werden traditionell mit einer Pointe verfasst.
- Aphorismus ist tendenziell pointiert
Siehe auch: Klimax (Höhepunkt einer Erzählung)
Literaturhinweise
P. Wenzel: Von der Struktur des Witzes zum Witz der Struktur. Untersuchungen zur Pointierung in Witz und Kurzgeschichte, Heidelberg 1989.
R. Müller: Theorie der Pointe, Paderborn 2003.
