Polendeutsche
Polendeutsche bezeichnet die deutsche Minderheit in Polen, deren Anzahl auf 300.000 bis 1.000.000 geschätzt wird. Die größte nationale Minderheit in Polen lebt in Oberschlesien (Hauptwohngebiet), Ermland/Masuren (ehem. südl. Ostpreußen), Stettin/Hinterpommern (hier Deutsche Pommern) und Westpreußen/Danzig (einschl. Thorn und Bromberg) sowie Niederschlesien, Neumark, Region Posen.
Geschichte
Als ein Teil der deutschen Ostgebiete nach Ende des 2. Weltkrieges in Polen eingegliedert wurde, wurde auch ein großer Teil der deutschen Bevölkerung (je nach Quellenangabe zwischen 12 Mio. und 16 Millionen) vertrieben. Nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Deutschen verblieb in seiner alten Heimat (ca. 1,1 Mio. - 1950), da sie in der Nachkriegszeit als Facharbeitskräfte benötigt wurden oder in ethnischen Mischfamilien lebten.
In den Jahren zwischen 1950 und 1989 siedelten rund 1,2 Mio. der Minderheit in die Bundesrepublik Deutschland aus. Bis 1990/91 wurde die Minderheit offiziell vom Staat ignoriert, als "Autochthone" bezeichnet, und erhielt erst mit dem Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrag vom 17. Juni 1991 die sprachliche, kulturelle und religiöse Identität nach dem KSZE-Standard zugesichert.
Seit der Neuregelung des Aussiedlerstatus (ab 1993) wird den Polendeutschen das Recht auf eine zusätzliche deutsche Staatsbürgerschaft gewährt.
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Weblinks
- http://www.vdg.pl/ Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen Seit 1991 im polnischen Parlament (Sejm) vertreten
