Polessk
Polessk (russisch Полесск, bis 1945 deutsch Labiau) ist eine Kleinstadt mit rund 5.000 Einwohnern in der Oblast Kaliningrad, Russland. Polessk ist Zentrum des Rajons Polessk und liegt zwischen Kaliningrad und Sowjetsk am Übergang der Hauptstraße und Eisenbahn über die Dejma (Deime), kurz vor deren Mündung ins Kurische Haff. In Polessk befindet sich eine alte Burg des Deutschen Ordens (heute industrielle Nutzung). Daneben ist Polessk heute Sitz eines russischen Rajons. In Polessk beginnt der Polesski Kanal (Großer Friedrichsgraben).
Nach Meyers Konversationslexikon von 1888 war Labiau eine Kreisstadt im preußischen Regierungsbezirk Königsberg und hatte ein Amtsgericht, eine Reichsbanknebenstelle, eine Dampfbrauerei, Dampfsägemühlen, Fischhandel und (1885) 4744 fast nur evangelische Einwohner.
Vertrag von Labiau
Hier wurde am 20. November 1656 ein Vertrag zwischen dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm und dem König Karl X. Gustav von Schweden geschlossen, durch welchen dieser die früher polnische, zuletzt schwedische Lehnshoheit über das Herzogtum Preußen und Ermland aufhob. In dem zu erwartenden Frieden sollte Schweden das noch polnische Westpreußen und Pommerellen, ferner Kurland, Semgallen, Samogitien und Livland erhalten. Dagegen verzichtete der Kurfürst auf die Entschädigung durch polnisches Gebiet, welche ihm Schweden im Vertrag zu Marienburg in Aussicht gestellt hatte.
