Politische Ideengeschichte
Politische Ideengeschichte ist eine Bezeichnung für ein Teilgebiet der modernen Politikwissenschaft und der Geschichtswissenschaft, das sich mit der Geschichte von politischen Theorien beschäftigt. Dabei werden die entsprechenden Theorien (beispielsweise die Demokratietheorie von Aristoteles oder Alexis de Tocqueville) aber auch immer im Kontext der jeweiligen Gesellschaft untersucht.
In der Forschung ist die Grenze zur politischen Philosophie fließend und nicht eindeutig abzustecken. Die Bandbreite der Ideengeschichte reicht von der Antike (z.B. Homer, Thukydides, Aristoteles), über das Mittelalter (z.B. Johann von Salisbury, Dante) und die frühe Neuzeit (z.B. Machiavelli) bis zu modernen Theorien der Gegenwart (z.B. John Rawls).
Moderne politische Theorien schöpfen in der Regel aus der Quelle der Ideengeschichte und knüpfen an bestimmte Vorstellungen an bzw. modifizieren sie.
Literatur in Auswahl
- Iring Fetscher und Herfried Münkler (Hgg.): Pipers Handbuch der politischen Ideen, 5 Bände, München 1985 ff.
Umfassendes Sammelwerk, welches die Geschichte der politischen Ideen von der Antike bis in die Moderne darstellt. - H. Fenske, D. Mertens, W. Reinhard, K. Rosen:Geschichte der politischen Ideen. Von Homer bis zur Gegenwart, aktual. Neuausgabe, Frankfurt a. M. 2003.
Knapper als Fetscher und Mükler, dennoch ein guter Überblick mit umfassender Bibliographie. - Henning Ottmann: Geschichte des politischen Denkens, Bd. 1 ff., Stuttgart 2001 ff.
Noch nicht abgeschlossenes, fundiert geschriebenes Werk.
