Polytrauma

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Definition

Das Polytrauma (griechisch πολυτραύμα, die Mehrfachverletzung, schwere Verletzung) ist die Summe mehrerer Verletzungen – im Rahmen eines Unfalls – verschiedener Körperregionen oder Organsysteme, die in ihrer Kombination, u. U. aber auch bereits einzeln, lebensbedrohlich sind. Das Präfix poly- weist daraufhin, dass die Patienten nicht nur an einer, sondern mehreren Verletzungen (multiple Frakturen, Schädel-Hirn-Trauma usw.) leiden, die verschiedene Schweregrade haben können.

Probleme

Erstdiagnostik

Eine genaue Erstdiagnostik ist auf Grund fehlender Möglichkeiten (z. B. der Sonographie und Radiologie) am Einsatzort bei Polytrauma-Patienten sehr schwer; es ist daher bis zum Beweis des Gegenteils vom „Worst Case“ auszugehen und ratsam, dass Opfer schnell in ein Trauma-Zentrum zu verlegen.

Lebensrettende Sofortmaßnahmen

Allgemein: Notruf absetzen, Rettungskette beachten.

Differenzierte Diagnostik

Durch schnellstmögliche Kontrolle der Vitalzeichen, Röntgenbilder und eventuell Computertomographie. In den großen Kliniken der Berufsgenossenschaft, die auf die Behandlung von Polytraumata und Betriebsunfällen eingerichtet sind, erfolgt die Diagnostik unter Hinzunahme verschiedener Fachrichtungen:

Differenzierte Notfallmaßnahmen

Von primärer Bedeutung ist die Stabilisierung der Vitalzeichen durch eventuellen Ersatz von Blutvolumen durch Infusionen und entsprechende Medikamente. Die anschließende Behandlung ist hierbei auch auf die speziellen Verletzungen zugeschnitten. Frakturen werden geschient, Verletzungen der Wirbelsäule ruhiggestellt. Ein schneller und schonenender Transport in ein Schwerpunktkrankenhaus (Trauma-Zentrum) ist dringend nötig. Ca. 50 % der Polytrauma-Patienten versterben noch am Unfallort; je nach Schwere des Schocks. Deswegen gilt: „Know when it is time to go, know when it is time to play ...“ Damit ist gemeint, dass der Rettungsdienst am Unfallort schnell entscheiden muss, ob er den Patienten am Ort stabilisieren kann oder gleich transportieren muss, zum Beispiel bei Blutungen, die nur im OP gestoppt werden können. Die Transportbereitschaft sollte innerhalb von 10 bis 15 Minuten hergestellt sein.

Weblinks

See also: Polytrauma, Anästhesie, Berufsgenossenschaft, Chirurgie, Computertomographie, Griechische Sprache, Infusion, Knochenbruch, Medikament, Neurologie