Porphyr

[[Bild:Baptismal Font Magdeburg.jpg|thumb|200px|Taufschale im Magdeburger Dom aus Porphyr]] Porphyr (grch. purpurfarben) ist der Sammelbegriff für ein Eruptivgestein, das große, gut ausgebildete, in einer feinkörnigen Masse eingebettete Kristalle besitzt.

Diese Besonderheit im Gefüge entsteht, wenn es zu rapiden Veränderungen in den äußeren Bedingungen kommt, etwa wenn langsam auskristallisierendes Material durch einen Austritt aus dem Vulkan plötzlich sehr schnell abgekühlt wird und durch das schnelle Abkühlen am Ausbilden weiterer großer Kristalle gehindert wird. Deshalb finden sich oft Porphyr-Bomben, d. h. äußerlich feinkörnige, kugelgestaltige Steine, die im Inneren gut ausgebildete Kristalle mit Hohlräumen haben, z.B. Schneekopf-Kugeln. Die einzelnen Kristalle, die im ansonsten homogenen Gestein erkennbar sind, werden auch als Einsprenglinge bezeichnet. Als typischer Vertreter kann der Quarzporphyr gelten, der u.a. im Thüringer Wald und am Haarstrang gefunden wird.

Rochlitzer Porphyr ist eine hell- bis dunkelweinrote Art des Porphyrs mit teilweise gelber Äderung, die in Sachsen im Rochlitzer Berg nahe der Stadt Rochlitz vorkommt und als Baustoff für Mauerwerk, Treppen, Tür- und Fenstereinfassungen sowie Schmuckelemente verwendet wird. Weitere bedeutende Porphyrfelsen in Deutschland findet man bei den Bruchhauser Steinen, am Battert, im Odenwald (Schriesheimer Steinbruch) und im Thüringer Wald (u. a. Falkenstein). Anmerkung zur Wortbedeutung von Porphyr: In der Poesie wird bisweilen das Adjektiv zu Porphyr porphyrogen verwendet. Das bezieht sich auf die griechische Wortbedeutung und nicht auf das Mineral und bedeutet so viel wie purpurfarben.

See also: Porphyr, Deutschland, Eruptivgestein, Falkenstein (Thüringen), Kristall, Magdeburg, Mons Porphyrites, Odenwald, Purpur, Quarz