Poseidonios
thumb|Poseidonios von Rhodos Poseidonios (lat. Posidonius, * 135 v. Chr.; † 51 v. Chr.) war ein bedeutender griechischer Philosoph, Geschichtsschreiber und Universalgelehrter des klassischen Altertums aus dem syrischen Apameia.
Philosophie
Poseidonios war ein Schüler des Panaitios. Er ist der philosophischen Schule der mittleren Stoa zuzurechnen. Von besonderem Interesse ist sein Beitrag zur stoischen Affektenlere.
Im Widerspruch zu den Vertretern der älteren Stoa, besonders Chrysippos, vertrat Poseidonios die Auffassung, Affekte seien verursacht von vernunftlosen Teilen der Seele.
Die älteren Stoiker waren der Meinung gewesen, die Seele sei ein einheitliches und vernünfiges Führungsvermögen des Menschen. Obwohl die Seele vernünftig sei, könne sie jedoch getäuscht werden und deshalb unvernünfitgen Entscheidungen und Affekten zustimmen.
Poseidonios erschien diese Erklärung nicht plausibel. So kehrte er zur der Auffasung Platons zurück, die Seele bestünde aus den drei Teilen Vernunft, Begierde und Mut, womit sich auch erklären ließ, warum in Kindern unabhängig von einer guten Erziehung unvernünftige Affekte aufkeimen und warum die Affekte mit der Zeit nachlassen, Fragen, die Chrysippos nicht ausreichend beantworten hatte können.
Geschichtsschreibung
Wahrscheinlich war Poseidonios der erste, der das Wort Germanen benutzte. In seinem 30. Buch, ca. 80 v. Chr. geschrieben, welches aber leider verloren ging und nur als Fragment im 4. Buch des Athenaios von Naukratis (ca. 190 n. Chr.) erhalten blieb, berichtet er kurz über ihre Essgewohnheiten: "Die Germanen dagegen, wie Poseidonios im 30. Buch sagt, tragen zur Mittagszeit gliedweise gebratenes Fleisch auf und trinken Milch dazu und den Wein ungemischt." Diese Nachricht und wohl auch andere ihrer Art ließen erst im 1. Jahrhundert v. Chr. bei Römern und Griechen einen neuen ungebräuchlichen ethnographischen Begriff aufkommen. Genaueres konnte man auch nicht wissen, weil es vorher dieses Völkergebilde der "Germanen" noch gar nicht gab, sondern nur einzelne Stämme bekannt waren.
Das althochdeutsche Wort für Speer, Ger, kommt heute noch als Bestandteil von Namen vor wie in Gerhard, Gerlinde, Gernot, Gerald, Gertrud usw..
Mannaz dagegen entsprach dem Begriff Mensch bzw. Mann und bezog sich meistens auf eine Person. Er entstammt der germanischen Mythologie, die in Mannus ihren Stammvater sah.
Nach einer wissenschaftlich nicht bestätigten Theorie bedeutet "Germanen" also frei übersetzt: Männer mit Speeren. Poseidonios verstand offensichtlich nur die beiden Wörter Ger Mannus, sah einen Mann mit Speer und machte daraus die Germanen. Bedeutung und Herkunft des Wortes "Germane(n)" sind aber seit langem immer noch umstritten. Das Wort "gêr" (=Speer) ist erst ab dem 8. Jahrhundert in dieser Bedeutung mehrfach in der Literatur erwähnt worden, nicht vorher. Denn eine mögliche gemeingermanische Wortbedeutung von "Ger" ist bisher weder überliefert noch erschlossen. Ohnehin ist unwahrscheinlich, dass der Begriff aus einer (germanischen) Selbstbezeichnung abgeleitet wurde.
Erst Caesar führte den Begriff Germanen endgültig im Buch über seinen Krieg in Gallien (De Bello Gallico) als Beschreibung der Völker östlich des Rheins, also jenseits der Kelten, ein.
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