Posse
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Eine Posse ist ein derb-komisches Bühnenstück, das auf Verwechslungen, ulkigen Zufällen und unwahrscheinlichen Übertreibungen aufgebaut ist und durch derbe Komik Lachen erzeugen soll. In der Antike war die Posse das Satyrspiel, auch die Komik des Aristophanes ist durchaus possenhaft zu nehmen.
Meistens steht im Mittelpunkt der Posse eine lustige Person (Hanswurst, Kasper, Harlekin, Pulcinella, Colombine). Es hat sich aus dem Fastnachtsspiel des 15. und 16. Jahrhunderts und aus der Commedia dell'arte (italienische Stegreifkomödie) entwickelt. Eine weitere Quelle der Posse sind die Puppenspiele der Volkstheater.
Die Posse wurzelt im Naiven, der Natur verbundenen Kraft und im Volkstümlichen, um das unverwüstlich Heitere darstellen zu können.
Die Lokalposse verspottet regionale Besonderheiten und trägt sich durch das Treiben und die Sitten einer bestimmten Stadt. Die Wiener Lokalposse hatte ihre Zeit im 18. und 19. Jahrhundert ein, den Höhepunkt bilden die Werke Johann Nepomuk Nestroys. Auch die Berliner Lokalposse mit Vertretern, wie Ludwig Kalisch und Mannstädt spielte eine gewisse Rolle zu Ende des 19. Jahrhunderts. Die Lokalposse ist meist mit Gesang verbunden und hat ihre Stärke in eingängigen Couplets von gemischtem Inhalt.
Weitere berühmte Possenschreiber waren Molière, Ferdinand Raimund und Ernst Elias Niebergall.
Die Posse steht in Bezug zur Farce und zur Burleske.
