Postverk Føroya
[[Bild:Faeroer-briefmarke-widder-1979.jpg|thumb|Der Widder, Wappentier der Färöer, FR 36, Slania 1979]]
Das Postverk Føroya ist seit dem 1. April 1976 die Postverwaltung der autonomen Färöer. Es gehört zu den kleinsten Postverwaltungen der Welt.
International bekannt ist das Postverk Føroya durch seine Herausgabe von Briefmarken. Sie stellen einen wichtigen Exportartikel des rauhen Nordatlantik-Archipels dar und bieten einen sehr umfassenden landeskundlichen Einblick in die Welt der Färinger, zumal die meisten Briefmarkenausgaben vom Postverk Føroya sowohl auf dänisch, englisch, französisch und deutsch beschrieben werden.
Postverk Føroya ist die Aufschrift auf den färöischen Briefkästen, die in einem leuchtenden Blau gehalten sind. Als die Färöer postalisch noch von Dänemark betreut wurden, waren sie – wie im Mutterland üblich – rot.
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Geschichte
[[bild:Faeroer-briefmarke.jpg|thumb|Briefmarke von Zacharias Heinesen zur Gründung des Postverk Føroya 1976]] Die färöische Postgeschichte geht auf den 1. März 1870 zurück, als das erste Postamt in der Hauptstadt Tórshavn eröffnet wurde. In den folgenden Jahren folgten die Postämter in Tvøroyri und Klaksvík. In den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden dann in nahezu allen färöischen Orten Postämter eröffnet. Bis heute wurden einige von ihnen wieder geschlossen, da sie nicht mehr rentabel waren.
Nach dem Ersten Weltkrieg kam es nach einer Portoerhörhung zu einem Engpass bei der Lieferung der entsprechenden dänischen Briefmarken, so dass die Post in Tórshavn anfing, eigene Behelfsmarken herauszugeben. Im Zweiten Weltkrieg gab es dann noch mal färöische Behelfsmarken. thumb|left|Philateliespezialist des Postverk Føroya bei der Arbeit auf der HAFNIA 2002 in Kopenhagen Nach den Løgting-Wahlen 1974 beschloss die Autonomieregierung, das färöische Postwesen in die eigene Hand zu nehmen und trat in Verhandlungen mit Dänemark. Die dänische Postverwaltung gab am 30. Januar 1975 die ersten Briefmarken mit der Länderbezeichnung Føroyar (färöisch für Färöer) heraus. Damit traten die Färöer in das Blickfeld der internationalen Philatelisten-Gemeinde.
Am 1. April 1976 schließlich, nahm das Postverk Føroya als Behörde der Autonomieregierung seinen Betrieb auf. Die 18. Briefmarke mit der Länderbezeichnung Føroyar ist zugleich die erste unter Regie der Färöer herausgegebene.
Seitdem entwickelten sich die Färöer zu einem beliebten Sammelgebiet und trugen so maßgeblich zum eigenen Bekanntheitsgrad bei.
Derzeit (2004) wird überlegt, das Postverk Føroya in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln, die aber unter öffentlicher Kontrolle bleiben soll.
Einheitlicher Zustellcode
2002 beschloss das Løgting ein Gesetz zur Vereinheitlichung der Adressen auf den Färöern (siehe Weblinks). Für 2005 ist geplant, jedem färöischen Haushalt einen Zustellcode zu geben. Bisher hatten nur Tórshavn und Klaksvík Straßennamen und Hausnummern. Anfang des 21. Jahrhunderts kamen Sandavágur, Hósvík, Fuglafjørður, Runavík und Vestmanna dazu. Die meisten anderen Adressen bestehen bisher nur aus dem Namen und dem Ort mit seiner dreistelligen Postleitzahl.
Postleitzahlenverzeichnis siehe: Liste der Städte und Orte auf den Färöern
Briefmarkenmotive
[[bild:Faeroer-briefmarke-maria-2004.jpg|thumb|Färöische Inselwelt mit dem bizarren Tindhólmur: "Die Reise der Yacht Maria 1854" - aus einem Gedenkblock von 2004]] Färöische Briefmarken spiegeln den Stand der färöischen Malerei und Grafik wieder. Beliebte Themengebiete sind:
- färöische Vogelwelt
- Autoren der färöischen Literatur
- färöische Malerei
- Schifffahrt
- Fischwelt
- Landschaften, Dörfer und Kirchen
- nordische Mythologie
...und weitere Motive aus dem Alltag der Inselbewohner. Als zum Beispiel das Motto der Europa-Marken 1996 „Große Frauen“ lautete, entschloss sich das Postverk Føroya, die einfachen Ehefrauen der Fischer zu würdigen. [1] thumb|Europa-Marke 2002: Von der 13jährigen Färingerin Anna Katrina Olsen gestaltet 2002 standen die Europamarken unter dem Motto „Zirkus“. Da es keinen färöischen Zirkus gibt, aber schon Zirkusse auf den Inseln zu Gast waren, und auch davon ausgegangen wurde, dass die reisefreudigen Färinger auf dem Kontinent durchaus schon mal einen Zirkus besucht haben, wurde ein Malwettbewerb an den färöischen Schulen für Kinder unter 14 Jahre ausgeschrieben. Die Resonanz war nach Angaben des Postverk Føroya unerwartet: Über 1.000 Werke wurden eingesendet. 10 Bilder kamen in die engere Wahl, und die Färinger durften demokratisch darüber abstimmen, welche die beiden endgültigen Briefmarken werden sollten. Gewinnerin wurde die 13jährige Anna Katrina Olsen mit ihren drei bunten Clowns.
Weblinks
- Postverk Føroya (auf färöisch)
- Gesetz zur Adressenreform von 2002 (auf färöisch)
- Briefmarkenabteilung des Postverk Føroya (färöisch, dänisch, englisch, deutsch und französisch)
- Top of the World - Portal der Postverwaltungen des Nordischen Rates
- Geschichte der Färöer in Briefmarken erzählt (färöisch, dänisch, englisch, deutsch)
- Tjatsi.fo - im Aufbau befindliches Portal des Postverk Føroya zur nordischen Mythologie (deutsche Startseite)
