Potala

Der Potala-Palast (tibetisch པོ་ཏ་ལ) war der Sitz der Regierung Tibets und die offizielle Residenz des Dalai Lama, des tibetischen geistlichen und weltlichen Staatsoberhauptes, bis zu dessen Flucht aus Tibet im Jahr 1959. Der riesige Palast liegt auf dem Berg Mar-po-ri (Roter Berg), der sich 130 Meter über die tibetische Hauptstadt Lhasa erhebt.

thumb|Potala thumb|Blick auf Zentral-Lhase vom Potala thumb|Gebäude des Potala

Geschichte

Der erste Palastbau wurde im Jahr 637 von Songtsen Gampo angelegt. Im 17. Jahrhundert wurde dieser in den Bau einer größeren Anlage integriert. Die Konstruktion des ersten Teil des heutigen Palastes, der Potrang Karpo (Weiße Palast), wurde im Jahr 1648 unter der Herrschaft des 5. Dalai Lama abgeschlossen, der Potrang Marpo (Rote Palast) wurde erst 1694 nach dessen Tod fertiggestellt. Die letzte größere Veränderung fand im Jahr 1922 statt, unter dem 13. Dalai Lama wurden mehrere Räume renoviert und dem Roten Palast noch zwei weitere Stockwerke hinzugefügt.

Durch den Bau des Norbulingka, der fortan als Sommer-Palast genutzt wurde, erhielt der Potala die Bezeichnung Winter-Palast.

Die chinesische Kulturrevolution überstand der Potala-Palast als eines der wenigen Kulturdenkmale in Tibet vergleichsweise unbeschadet. Der Palast wird heute als Museum genutzt, zählt aber weiterhin zu den wichtigsten Pilgerstätten der tibetischen Buddhisten.

Seit 1994 steht das "Historische Ensemble Potala-Palast in Lhasa" als Weltkulturdenkmal auf der UNESCO-Liste des Welterbes. Zu dem Ensemble zählt neben dem Potala-Palast auch der Sommer-Palast Norbulingka sowie der Jokhang-Tempel.

Architektur

Der Palast erstreckt sich in Ost-West Richtung auf ca. 350 Metern und in Nord-Süd Richtung auf weiteren 300 Metern. In der Anlage verteilen sich auf 13 Stockwerken 999 Räume.

Im Roten Palast befinden sich in den obersten Stockwerken die privaten Räume des Dalai Lama. Neben großen Zeremonien- und Meditationshallen und vielen kleineren Kapellen befinden sich in der Anlage die Grab-Chörten der bisherigen Reinkarnationen des Dalai Lama. Es wurden alle acht Dalai Lama in jeweils eigenen Grabstätten beigesetzt, beginnend mit dem 5. Dalai Lama, dessen Grab das prachtvollste ist. Hierfür wurden auf einer Höhe von 20 Meter über 3 Stockwerke ca. 3700 Kilogramm Gold verarbeitet.

See also: Potala, 1648, 1694, 1922, 1959, 637, Dalai Lama, Lhasa, Reinkarnation, Stupa