Potsdam-Babelsberg

Babelsberg ist der größte Stadtteil Potsdams und heute vor allem als Medienstandort (u.a. Filmstudio, Filmpark, Hauptsitz des RBB, Sitz der HFF) bekannt. Auch durch den Park Babelsberg mit Schloss und weiteren historischen Bauten sowie sein um 1900 entstandenes Villenviertel Neubabelsberg hat der Stadtteil Bedeutung über die Grenzen Potsdams hinaus gewonnen. thumb|230px|Schloss Babelsberg um 1900

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

[[Bild:Gerichtslaube.Park.Babelsberg.jpg|left|thumb|150px|Die ehemalige Berliner Gerichtslaube im Park Babelsberg]] Die erste Ansiedlung auf dem Gebiet des heutigen Potsdamer Stadtteils Babelsberg war das auf einer Erhebung in der Nutheniederung gelegene Dorf Neuendorf, ein Rundplatzdorf mit einer Kirche auf dem Anger. Diese Siedlungsform ist als frühdeutsche Siedlung aus einem slawischen Rundweiler hervorgegangen.

Der im Landbuch Kaiser Karls IV. 1375 erwähnte Ort wurde mehrfach verpfändet und im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt. Erst 1737 kamen neue Ansiedler. Die Lehmfachwerkbauten wurden um 1850 durch massive Häuser ersetzt. Anstelle der alten Fachwerkkirche (erbaut 1585) trat 1850 bis 1852 ein vom Bauinspektor Christian Heinrich Ziller nach dem Vorbild der Gereonskirche in Köln entworfener Backsteinbau (ausgebrannt 1945, derzeit im Wiederaufbau).

thumb|Der Flatowturm im Park Babelsberg Das Rathaus wurde nach einem Entwurf von O. Kerwin 1898/1899 erbaut. Nowawes erhielt 1924 Stadtrecht. Seit der Anlage einer Bahnstation 1862 zwischen Nowawes und dem Griebnitzsee entstand die Villenkolonie Neubabelsberg. Nowawes und Neubabelsberg wurden 1938 zur Stadt Babelsberg zusammen geschlossen, die schließlich 1939 mit Potsdam vereinigt wurde.

Wirtschaftsgeschichte

Weberkolonie

Nordöstlich des alten Dorfes entstand ab 1750 eine Weber- und Spinnerkolonie (Weberviertel), nach der Herkunft ihrer Bewohner (böhmischer Emigranten) "nowa ves" (tschechisch: "Nowawes" dt. "neues Dorf") benannt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Nowawes zum Industriestandort. Die vor allem an der Nuthe und an der Eisenbahnstrecke Berlin - Potsdam entstehende Textilindustrie führte bald zu einer Verschmelzung mit dem alten Dorf Neuendorf, die 1907 auch verwaltungstechnisch vollzogen wurde.

[[Bild:Weimar 50 3626.JPG|thumb|left|]]
thumb|left|Lok der früheren DR-Baureihe V 100

Lokomotiven aus Babelsberg

Mit der Entwicklung der Industrie im Großraum Berlin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelten sich auch im Umland Zweigwerke an. In der Nähe des Bahnhofs Drewitz baute die Berliner „Märkische Lokomotivfabrik" „Orenstein & Koppel OHG" 1899 ein Zweigwerk mit einer umfangreichen Kesselschmiedeanlage. Die des öfteren so bezeichnete „Drewitzer Lokomotivenfabrik" lag allerdings nicht im benachbarten Stadtteil Drewitz, sondern auf Babelsberger beziehungsweise seinerzeit Neuendorfer Gelände. Unter der Bezeichnung „AG für Feld- & Kleinbahnen-Bedarf, vormals Orenstein und Koppel" war das Werk bis zum Zweiten Weltkrieg der große Hersteller für Feldbahn- und Baulokomotiven. So wurden u.a. Einheitslokomotiven der Baureihen 44 und 50 und die Kriegslokomotive der Baureihe 52 in Babelsberg gebaut.

Unter dem Namen LKM „Lowa Lokomotivbau Karl Marx, Babelsberg" setzte das Werk 1947, zur DDR-Zeit als Volkseigener Betrieb, die Produktion fort. Darunter waren beispielsweise Diesellokomotiven der DR-Baureihen V 100 und der V 180. 1964 kam es zur teilweisen Einstellung des Lokomotivbaus, die letzte Lieferung einer Dieselokomotive erfolgte 1976. Parallel kam es zur grundlegenden Änderung der Produktionslinie, das Werk erhielt den neuen Namen „VEB Kombinat Luft- und Kältetechnik, Betrieb Karl Marx, Babelsberg". Auch dieser Betrieb endete 1976, heute befindet sich auf dem Industriegelände ein Gewerbepark.


Die im Eisenbahnbau deutschlandweit einmalige Fabrik lieferte:

Wissenschaft

thumb|Lage Potsdam- Babelsberg bei Berlin In Babelsberg befinden sich zwei Standorte der Universität Potsdam sowie der Sitz der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam (HFF) "Konrad Wolf".

Medien

Babelsberg war Standort der UFA, der DEFA (Filmstadt Babelsberg) und ist Produktionsstandort des RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg, ehemals ORB) mit mehreren Rundfunk- und Fernsehstudios. In Babelsberg befinden sich das Deutsches Rundfunkarchiv (DRA) und kleinere Medienunternehmen für Film und Fernsehen. Mit dem Filmpark Babelsberg verfügt der Stadtteil von Potsdam über einen Vergnügungspark zum Thema Film und Fernsehen.

Sport

Fußball

Babelsberg ist Sitz des Frauenfußballclubs 1. FFC Turbine Potsdam sowie des SV Babelsberg 03.

Weblinks

Koordinate: 52°24'00 N 13°06'00 O

See also: Potsdam-Babelsberg, 1. FFC Turbine Potsdam, 1375, 1585, 1737, 1750, 1850, 1852, 1862