Poynting-Robertson-Effekt

Der Poynting-Robertson-Effekt resultiert aus dem Strahlungsdruck, den die Sonnenstrahlung auf die interplanetare Materie ausübt. Wegen der Eigenbewegung auf ihrem Orbit um die Sonne sehen alle Körper die von der Sonne eintreffende Strahlung um einen kleinen Winkel von schräg vorne kommend (siehe auch Aberration (Astronomie)) und werden deswegen durch den Strahlungsdruck abgebremst, d.h. ihr Bahndrehimpuls verringert sich. Während bei größeren Körpern dieser Effekt vernachlässigbar ist, werden insbesondere die kleinen (>0,001 mm) Partikel des interplanetaren Staubs durch den Poynting-Robertson-Effekt beeinflusst. Durch den Drehmomentverlust werden ihre Bahnen um die Sonne immer enger und nähern sich der Sonne in einer Spiralbahn. Ein Teilchen von 1 Mikrometer Radius benötigt z. B. aus dem Gürtel der Kleinplaneten rund 10.000 Jahre.

Die Teilchen verdampfen oder zerfallen in kleinere Teilchen, bevor sie die Sonne erreichen und werden dann zu klein für den P-R-Effekt und durch den Strahlungsdruck radial von der Sonne weggedrängt. Die dauernde Nachschubquelle für interplanetare Materie wird in der Auflösung von Kometen und dem Zerfall von Kleinplaneten gesehen.

Der Effekt ist benannt nach John Henry Poynting (* 9. September 1852 - † 30. März 1914) und Howard Percy Robertson (* 27. Januar 1903 - † 26. August 1961, die diesen Effekt in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts theoretisch vorhergesagt haben.

See also: Poynting-Robertson-Effekt, 1852, 1903, 1914, 1961, 26. August, 27. Januar, 30. März, 9. September, Aberration (Astronomie)