Preußische Tugenden

Mit preußischen Tugenden bezeichnet man diejenigen von der protestantisch-calvinistischen Moral geprägten Tugenden, welche angeblich den Aufstieg Preußens trotz seiner schlechten Voraussetzungen (sandige, magere Ackerböden (märkische Streusandbüchse), große Verwüstungen und Menschenentleerungen im Dreißigjährigen Krieg) ermöglichten. Ihre Verbreitung geht auf den im calvinistischen und blühenden Holland erzogenen Großen Kurfürsten, sowie die preußischen Könige Friedrich Wilhelm I., dem sparsamen bürgerlichen Soldatenkönig, und insbesondere dessen aufklärerischem Sohn Friedrich der Große, zurück. Diese verstanden sich als moralisches Vorbild (Vater) und Hüter der Vernunft (Sohn) für ihren multireligiösen und vielsprachigen - nach heutigen Kriterien multikulturellen - Vielvölkerstaat.

Zu den - häufig aus der Not geborenen - Tugenden zählen:

religiöse Toleranz: (Sebastian Haffner nannte es in seinen Historischen Variationen "staatliche Gleichgültigkeit", die Bevölkerung der „alten“ Provinzen waren lutherisch, das herrschende Hohenzollernhaus calvinistisch-reformiert und Schlesien katholisch, die große polnische Minderheit katholisch)
Walter Flex 1915: "Wer je auf Preußens Fahne schwört, hat nichts mehr, was ihm selbst gehört."

Siehe auch

Weblinks

See also: Preußische Tugenden, Bescheidenheit, Calvinistisch, Dreißigjähriger Krieg, Ehrlichkeit, Fleiß, Friedrich II. (Preußen), Friedrich Wilhelm (Brandenburg), Friedrich Wilhelm I. (Preußen), Gerechtigkeit