Weihesakrament
Mit dem Sakrament der Weihe wird in der römisch-katholischen und orthodoxen Kirche ein dreistufiges Sakrament bezeichnet.
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Das Weihesakrament in der Römisch-katholischen Kirche
Das eine Weihesakrament entfaltet sich in drei Stufen dieses Sakraments:
Bis zu den Reformen des II. Vatikanischen Konzils gab es zusätzlich noch die Niederen Weihen.
Bischofsweihe
In die Feier der Eucharistie eingebettete Weihe eines katholischen Priesters zum Bischof (Vorsteher einer Diözese). Die Bischofsweihe stellt nach katholischem Verständnis die Vollform des Weihesakramentes dar. Alle anderen Formen (Priester- und Diakonenweihe) sind von ihr abgeleitet. Der katholische Bischof steht in seinem Amt in der direkten, ungebrochenen Nachfolge der Apostel (Apostolische Sukzession).
Nach dem Wortgottesdienst beginnt die eigentliche Weihe. Zentraler Akt ist hierbei die Handauflegung mit dem Weihegebet. Sie beginnt mit einer Bitte um den Heiligen Geist, damit der zu Weihende als Hirte "für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat" (Apg. 20,28). Anschließend verspricht der Bischofskandidat, den Glauben treu zu bewahren und sein Amt recht zu verwalten.
Der Zelebrant der Messe, zumeist der Metropolit der Kirchenprovinz, kommt nun zur eigentlichen Weihe: Durch Handauflegung und Weihegebet soll die Gabe des Heiligen Geistes für das Bischofsamt übertragen werden. Zum Zeichen des Anteils in Fülle am Priestertum Christi wird das Haupt des neuen Bischofs mit dem heiligen Chrisam gesalbt. Die Überreichung des Evangeliars und der Insignien symbolisiert die beiden Hauptaufgaben des Bischofs: Die Verkündigung des Evangeliums und die Leitung seiner Ortskirche. Anschließend geht die normale Messfeier weiter und schließt mit dem bischöflichen Segen.
Priesterweihe
Die Priesterweihe wird durch einen Bischof im Rahmen einer feierlichen Heiligen Messe vollzogen.
Nach dem Evangelium werden die Kandidaten namentlich aufgerufen. Der kurzen Predigt des Bischofs folgen Gehorsamsversprechen und Gelöbnis der Ehelosigkeit und die Herabrufung des heiligen Geistes in der Allerheiligenlitanei. Zentrale Handlung der Weihe ist die Handauflegung durch den Bischof und das anschließende Weihegebet. Anschließend folgen die rituelle Salbung der Hände mit Chrisam, das Anlegen der Priestergewänder und die Überreichung von Kelch und Hostienschale.
Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil gab es als Voraussetzung für die Priesterweihe noch die so genannten niederen Weihen. Auch heute noch ist die Diakonenweihe Voraussetzung zur Priesterweihe.
Die Priesterweihe kann in der römisch-katholischen Kirche nur Männern gespendet werden. Dies liegt am Verständnis des Sakramentes. Jedes Sakrament kommt nur durch das Zusammenspiel von äußeren Zeichen, Intention und dem Heiligen Geist zustande. So wie dies bei der Eucharistie die Wandlungsworte des Priesters und das Brot aus Weizen sind, so sind es in der Weihe das Gebet, die Handauflegung und der Mensch männlichen Geschlechtes. Ist eines nicht stimmig, so kommt kein Sakrament zustande. Wie sich also bei der Eucharistie kein Brot wandelt, wenn es nicht aus Weizen ist und wenn nicht ein geweihter Priester die Wandlungsworte spricht, so ordiniert sich in der Weihe auch kein Mensch, der nicht männlichen Geschlechtes ist.
Im Verständnis der römisch-katholischen Kirche spricht der Priester die Wandlungsworte in der Eucharistiefeier (und übrigens auch die Lossprechungsworte in der Beichte) "in persona Christi", also als die Verkörperung von Jesus Christus. Christus wird aber theologisch als der "Himmlische Bräutigam" seiner Braut, der Kirche, begriffen. Hieraus ist zu erklären, warum die römisch-katholische Kirche (und auch alle anderen Kirchen, in denen die Priesterweihe ein Sakrament darstellt) keine Frauenordination kennt und diese auch nicht zulassen kann, so sehr dies manche Teile auch möchten.
Diakonenweihe
Die Liturgie für die Diakonenweihe beginnt nach der Verkündung des Evangeliums. Die Weihekandidaten erklären vor dem Bischof feierlich ihre Bereitschaft zur Weihe und versprechen ihm ihren Gehorsam. In dieser Erklärung enthalten ist die Verpflichtung, dem Wohl des Gottesvolkes zu dienen, Gottes Wort in Wort und Tat zu verkünden, in Ehelosigkeit zu leben, Bedürftigen zu helfen und nach dem Vorbild Christi zu leben.
Anschließend erfolgt die Handauflegung und das Weihegebet durch den Bischof. Dadurch wird den Weihekandidaten die Gabe des Heiligen Geistes für das Diakonenamt übertragen. Schließlich folgt die Ankleidung mit Stola und Dalmatik sowie die Übergabe des Evangeliars, dann wird der Gottesdienst mit der Eucharistiefeier fortgesetzt.
Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sind bereits verheiratete Männer über 35 Jahren zum Diakonsamt zugelassen (Ständiger Diakon). Nicht zulässig ist weiterhin eine Eheschließung nach der Weihe.
Das Weihesakrament in der orthodoxen Kirche
Es gibt ebenfalls drei Stufen dieses Sakraments:
Bei den Orthodoxen wird daneben auch das Sakrament der Ehe als Weihesakrament bezeichnet und der Priesterweihe in mancher Hinsicht gleichgestellt.
Siehe auch: Ordination, Frauenordination
