Ursprüngliche Bindung

Unter ursprünglichen bzw. primordialen Bindungen versteht der amerikanische Kulturanthropologe Clifford Geertz, in Anlehnung an den Soziologen Edward Shils, jene angestammten Loyalitäten, die aus den Grundgegebebenheiten der sozialen Existenz hervorgehen. Dies sind beispielsweise die von frühester Kindheit an vermittelten Gefühle der Zugehörigkeit zu den nächsten Verwandten, zu einer bestimmten Religion, zu einer besonderen Sprache, zu bestimmten Normen und Bräuchen oder auch zu jener umgrenzten und überschaubaren Örtlichkeit, die wir in Deutschland als Heimat bezeichnen. Dies kann das Singen bestimmter Lieder oder die Wahrnehmung akustischer Reize, wie etwa das Glockenleuten beinhalten.

Diese Bindungen, so gibt Geertz zu bedenken, seien stärker als jene, die Menschen in späteren Lebensphasen eingehen, nämlich jene aus wirtschaftlichen Interessen und politischen Überzeugungen. Es ist der Appell an diese Gefühle und diese affektiven Bindungen, die den Erfolg ethnischer oder nationaler Vergemeinschaftung (vgl. Nation) ermöglichen.

Literatur

Kritische Literatur

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