Primzahlsatz

Der Primzahlsatz erlaubt eine endliche Abschätzung der Verteilung der Primzahlen. Er wurde bereits von Gauß um 1800 vermutet, aber erst 1896 unabhängig von Hadamard und de la Vallée Poussin bewiesen.

Inhaltsverzeichnis

Die Primzahlfunktion

Im weiteren sei π(x) die Primzahlfunktion, die für beliebige reelle Zahlen x definiert ist als die Anzahl der Primzahlen p\leq x. Formal kann man schreiben:

\pi (x) = \# \{ p \le x \mid p \in \mathbb{P} \}

Dabei bezeichnet das Symbol \mathbb{P} die Menge der Primzahlen, die Schreibweise \#M steht für die Anzahl der Elemente der Menge M.

Analytischer Ausdruck für π(x)

Für natürliche Zahlen n\geq4 gilt nach einem Ergebnis von G. H. Hardy auch die konkrete Formel

\pi(n) = -1 + \sum_{j=3}^n \left[ (j-2)! -j \left\lfloor \frac{(j-2)!}{j} \right\rfloor \right] .

\lfloor x \rfloor ist dabei die Gaußklammer. Die Formel ist eine einfache Folge aus dem Satz von Wilson.

Der Primzahlsatz

Der Primzahlsatz besagt:

\lim_{x \to \infty}\frac{\pi(x)}{\frac{x}{\ln(x)}} = 1.

Nennt man zwei reelle Funktionen f(x) und g(x) asymptotisch äquivalent, in Formelschreibweise f(x)\sim g(x), wenn der Quotient f(x) / g(x) für x\to\infty gegen 1 konvergiert, so kann man den Primzahlsatz auch so formulieren:

Die Funktionen π(x) und x / lnx sind asymptotisch äquivalent.

Stärkere Formen des Primzahlsatzes

Bessere Approximationen als x / lnx liefert der so genannte Integrallogarithmus, der definiert wird als

\mathrm{Li}(x) = \int_2^x \frac{\mathrm{d}t}{\ln t}.

(Die Integraldarstellung für Li(x) wird gewählt, weil die Stammfunktion von 1/ln(x) nicht elementar ist.)

Der Integrallogarithmus ist asymptotisch äquivalent zu x / lnx, also auch zu π(x).

Man kann sogar zeigen:

\pi(x) = \mathrm{Li}\,x + O(x\exp(-C\sqrt{\ln x}))
mit einer positiven Konstanten C.

O(\ldots) ist dabei ein Landau-Symbol, d.h. es gibt eine Konstante D, so dass

|\pi(x)-\mathrm{Li}\,x|<D\cdot x\exp(-C\sqrt{\ln x})

für alle x gilt.

Geschichte

\frac x{\ln x - 1{,}08366}.
0{,}92929 \le \frac{\pi(x)}{\frac{x}{\ln(x)}} \le 1{,}1056
für alle hinreichend großen x.

Zahlenbeispiele

Die folgende Tabelle zeigt konkrete Werte des Primzahlsatzes sowie die Werte, die sich aus Legendres Formel ergeben.
x π(x) π(x) / x x / ln(x) π(x)·ln(x) / x Legendre
10 4 0,4000 4,34 0,9210 8
100 25 0,2500 21,71 1,1513 28
1 000 168 0,1680 144,76 1,1605 172
10 000 1 229 0,1229 1 085,74 1,1320 1 231
100 000 9 592 0,0959 8 685,89 1,1043 9 588
1 000 000 78 498 0,0785 72 382,41 1,0845 78 543
10 000 000 664 579 0,0665 620 420,69 1,0712 665 140
100 000 000 5 761 455 0,0576 5 428 681,02 1,0613 5 768 004
1 000 000 000 50 847 534 0,0508 48 254 942,43 1,0537 50 917 519

Die Größe π(x) / x heißt Primzahldichte.

Literatur

Weblinks

See also: Primzahlsatz, 1851, 1896, Adrien-Marie Legendre, Approximation, Carl Friedrich Gauß, Funktion (Mathematik), Gaußklammer, Godfrey Harold Hardy, Jacques Salomon Hadamard