Prosodie
Prosodie (von griech.: pros und ode = eigentlich das Hinzugesungene, Zugesang, besser übersetzt mit Wortakzent, Silbenbetonung, oder Satzmelodie), auch als Prosodik bezeichnet, ist ein Begriff, der in mehrfacher Weise verwendet wird:
- In der antiken Grammatik ist Prosodie die Lehre von den Akzenten, also der Wortbetonung.
- Im Versbau (Metrik) bezeichnet Prosodie die Zeitdauer der Silben, denen mehr Bedeutung zukam als den Akzenten, die sich nicht in der Dauer, sondern in der Tonhöhe der Aussprache ausdrückten.
- In der Musik wird mit Prosodie das Verhältnis des Worts zum Ton bezeichnet: die Betonung von Wort- oder Versakzenten durch musikalische Mittel wie Rhythmus und Notenlänge.
- In der Phonetik wird mit dem Begriff die Gesamtheit aller spezifischen Eigenschaften des Sprechaktes bezeichnet, die über das wörtlich Gesagte hinausgehen. Dazu zählen Akzent im weitesten Sinne, Intonation, Quantität, Sprechrhythmus und Sprechtempo. Entscheidend beim Sprechen ist nicht nur was gesagt wird, sondern auch wie es gesagt wird. Menschen, deren Stimme die Prosodie fehlt, können sich daher weniger gut verständlich machen. Häufig tritt dieses Problem bei Menschen mit Autismus oder Asperger-Syndrom auf.
