Protektionismus
Als Protektionismus (von lateinisch protegere = schützen) bezeichnet man im Bezug auf ökonomische Sachverhalte alle Maßnahmen, mit denen ein Staat versucht, ausländische Anbieter auf dem Inlandsmarkt zu benachteiligen. Mittel dafür ist die strategische Handelspolitik. Ziel ist es in der Regel, bestimmte Produkte oder Branchen eines Landes zu fördern oder die eigene Wirtschaft generell anzukurbeln. Gegner des Protektionismus hingegen fordern einen globalen Freihandel und argumentieren, Protektionisten würden komparative Kostenvorteile und weitere Vorteile des Handels nicht beachten. Aus dem Umstand, dass ein Tausch nur dann durchgeführt wird, wenn das erhaltene Objekt mehr wertgeschätzt wird als das eingetauschte - niemand tauscht in der Erwartung nach dem Tausch schlechter dazustehen - folgt unmittelbar, dass jegliche Beschränkung wohlfahrtsmindernd ist.
Eine weitere Form des Protektionismus ist der so genannte Kulturprotektionismus. Dieser bezeichnet den Versuch einzelner Staaten oder auch ganzer Staatenbünde ihre Kulturen vor externen Einflüssen zu schützen. Hierzu wird beispielsweise oft das Instrument der Zuwanderungsbeschränkung angewandt. Diese Form von Protektionismus wird in Europa häufig von rechtsorientierten und konservativen Parteien propagiert, während sich liberale und grüne Parteien meist dagegen aussprechen.
Siehe auch: Importsubstitutionspolitik
