Proximate und ultimate Ursachen von Verhalten
Proximate und ultimate Ursachen von Verhalten sind in der Verhaltensforschung zwei gängige, aber äußerst unterschiedliche Ansätze, Verhaltensweisen zu erklären:
- man kann die unmittelbaren Gründe benennen, jene Gründe also, die aus einer bestimmten Situation ableitbar sind – das sind die proximaten Ursachen eines Verhaltens. Sie werden häufig auch Wirkursachen genannt;
- man kann aber auch den biologischen Zweck benennen, jene Gründe also, die im Prozess der Stammesgeschichte das Entstehen der betreffenden Verhaltensweise begünstigt haben – das sind die ultimaten Ursachen eines Verhaltens. Sie werden häufig auch Zweckursachen genannt.
Beispiel:
Warum flüchtet eine Maus vor der Katze in ihr Loch?
Unmittelbare (proximate) Ursache für die Fluchtreaktion der Maus ist das Erscheinen der Katze. Der biologische Zweck (die ultimate Ursache) der Fluchtreaktion ist hingegen darin zu sehen, dass sich im Verlauf der Evolution ein vererbbares Verhaltensprogramm entwickelt hat, das dazu beiträgt, die Reproduktionschancen der Maus zu erhöhen.
Generell sollten für jede zu interpretierende Verhaltensweise jeweils sowohl die proximaten als auch die ultimaten Ursachen angegeben werden.
