Psilocybin

right|Strukturformel Psilocybin Psilocybin (nach der IUPAC-Nomenklatur O-Phosphoryl-4-Hydroxy-N,N-dimethyltryptamin, Trivialnamen: CY-39, Indocybin) gehört zur Gruppe der Alkaloide. Es kommt in verschiedenen Pilzen vor, welche landläufig als Zauberpilze oder Magic Mushrooms bezeichnet werden und in sogenannten Smart Shops erworben oder in entsprechenden Gegenden gesammelt werden können. Wegen seiner halluzinogenen Wirkung wird es oft als Rauschmittel verwendet. Die Folgen eines Konsums ähneln einem LSD-Rausch. Die Summenformel lautet C12H17N2O4P.

Psilocybinhaltige Pilze wurden in indianischen Kulturen wie den Azteken zu rituellen Zeremonien verzehrt. Im Jahre 1957 machte der US-Ethnologe R. Gordon Wasson durch seinen Artikel "Magic Mushrooms" die Pilze im Westen bekannt.

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Wirkung

Die Folgeerscheinungen beginnen meist ca. 10 - 120 Minuten nach der Einnahme (Hängt vom Mageninhalt und von der Wirkstoffdosis ab. Meist nach ca. 45 Minuten) und dauern vier bis fünf Stunden an. Die meisten Konsumenten, die das von Timothy Leary geprägte Set und Setting beachten, berichten von erhabenen, spirituellen Erlebnissen während des Rausches. Der Konsum kann jedoch auch zu einem negativen Erlebnis werden, wenn Konsumenten so genannte „Horrortrips“ erleben, in denen sie mit verstörenden Halluzinationen konfrontiert werden und möglicherweise traumatisierende Angsterlebnisse haben.

Körperliche Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten, es besteht jedoch der Verdacht, dass Halluzinogene Psychosen auslösen können, eine Drogenpsychose, wenn bereits eine latente Psychose vorliegt.

Kombination mit Monoaminooxidase-Hemmern

Die Wirkung kann sich bei einer gleichzeitigen Einnahme mit Monoaminooxidase-Hemmer verlängern. Sie blockieren die Monoaminooxidase, welche organische Amine (via oxidative Desaminierung) abbaut. In Kombination mit Monoaminooxidase-Hemmer lässt sich die Dauer eines Pilztrips verlängern. Allerdings birgt dies ein großes Risiko, da der Körper währen dieser Zeit nicht mehr in der Lage ist toxische Amine abzubauen. Unter Anderem die gleichzeitige Einnahme von Koffein oder Tyrosin enthaltendenden Lebensmittel in Kombination mit MAO-Hemmer können gefährlich werden.

Chemische Kenndaten

Psilocybin ist ein Zwitterion. Im Körper wird Psilocybin durch Abspaltung einer Phosphatgruppe in Psilocin überführt. Die chemische Substanz Psilocybin (4-Phosphoryloxy-N,N-dimethyltryptamin) und seine nahen Verwandten Psilocin (4-Hydroxy-N,N-dimethyltryptamin) und Baeocystin (eine Substanz, die die Wirkung der beiden anderen unterstützt) sind für die typischen Rauschzustände unter Psilocybe- und Inocybepilzen verantwortlich. Es ist ein Tryptamine und leitet sich vom Indol ab.

Rechtslage

Deutschland

Psilocybin und Psilocin unterliegen in Deutschland dem BtMG, Anlage I und gelten daher als nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel.

Allerdings gibt es gerade Bestrebungen, über EU-Handels- und Lebensmittelrecht dazu überzugehen, dass Frischpilz weiterhin verkehrsfähig ist. Da Frischpilz in den Niederlanden eine Steuernummer hat, und EU-Recht über Landesrecht steht, ist dies theoretisch tragfähig. Weiteres dazu wird die Zukunft zeigen.

Literatur

See also: Psilocybin, Alkaloide, Azteken, Betäubungsmittel, Betäubungsmittelgesetz (Deutschland), Drogenpsychose, Halluzinogen, IUPAC, Indol, Koffein