Psychic TV
Psychic TV ist eine britisch-amerikanische Band, die zu den Hauptvertretern der Industrial-Szene zählt. Einige Alben der Band wurden auch unter den Namen "Psychick TV", "PTV3" und "Splinter Test" veröffentlicht, in den späten 80er Jahren trat die Band darüber hinaus auch für einzelne Tracks unter Phantasienamen wie "DJ Doctor Megatrip" oder "M.E.S.H." in Erscheinung.
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Geschichte
Die Jahre mit Alex Fergusson 1981-1987
Die Band wurde 1981 von Genesis P-Orridge (geboren 1950, eigentlich Neil Andrew Megson) und Peter "Sleazy" Christopherson (beide zuvor bei Throbbing Gristle, die als Begründer des Industrial-Genres gelten) sowie Alex Fergusson (zuvor Gitarrist bei Alternative TV) gegründet. P-Orridge und Fergusson kannten sich bereits seit Mitte der 70er, als P-Orridge kurzzeitig Schlagzeuger bei Alternative TV war und auch einige deren Aufnahmen produziert hatte. Der visionäre Plan zu einer kommerziellen Gruppe, die als zentrales Medium ihres Schaffens auch sublime Manipulation durch Filme beinhalten sollte, und damals auf radikale Art die Intention heutiger Videoclips vorwegnahm, geht auf eine gemeinsame Idee von P-Orridge und Monte Cazazza um 1975 zurück und sollte nun mit Psychic TV verwirklicht werden. Professionelles grafisches Rüstzeug hatte man mit Peter "Sleazy" Christopherson an Bord, der zuvor bereits als Fotograf und Designer bei Hipgnosis gearbeitet hatte, einer Design-Agentur, die für zahlreiche bekannte Plattencovers (z. B. für Pink Floyd) verantwortlich zeichnete.
Mit Unterstützung durch Jordi Valls (alias "Vagina Dentata Organ"), einem spanischen Performance-Künstler und Marc Almond (Soft Cell) sowie einigen klassischen Musikern spielte das Trio P-Orridge (Vocals, Noise), Christopherson (Keyboards, Percusssions) und Fergusson (Gitarren) umgehend die erste LP "Force the hand of chance" ein, die 1982 bei WEA veröffentlicht wurde. Die LP enthält neben Pop-Balladen wie "Just drifting" oder dem New Wave gezollten Titeln wie "Ov Power" auch Titel in klassischer Industrial-Tradition. Der ersten Auflage lag eine Bonus-LP ("Themes") mit Ritualaufnahmen bei, die mit Menschenknochen, Kopfjägerflöten, Tempelglocken und ähnlichem eingespielt waren.
Auf die erste LP folgte 1983 das Album "Dreams less sweet", das erneut mit Hilfe zahlreicher klassisch ausgebildeter Musiker eingespielt wurde und bei CBS erschien. Als Gastmusiker traten David Tibet (Current 93) und Monte Cazazza in Erscheinung, zum festen Bandpersonal zählten bei dieser Veröffentlichung neben P-Orridge, Christopherson und Fergusson auch erstmals Paula P-Orridge (Frau von Genesis P-O.) an Percussion-Instrumenten sowie Geoff Rushton am Bass. Auch dieses Album weist eine große Facette an enthaltenen Stilen auf, die von pseudogregorianischen Gesängen über getragene Klavierstücke und klassische industrial-Nummern bis hin zu Klangcollagen aus Wolfsgeheul und Maschinengewehrfeuer reichen. Bei der Aufnahme kam das "Zuccarelli Holophonic"-Aufnahmeverfahren, eine Art 3D-Stereo, zum Einsatz. Auch dieser LP lag in erster Auflage eine Bonus-Platte ("The full pack") bei.
Aufgrund der Überproduziertheit der ersten beiden LPs konnte das Repertoire nicht adäquat live dargeboten werden, weswegen kaum Auftritte aus den ersten beiden Jahren der Band zu verzeichnen sind. Für WEA und CBS waren die Platten bei ihrem Erschienen auch kein überragender kommerzieller Erfolg, so dass man von Seiten der Plattenfirmen versuchte, Einfluss auf die weitere Entwicklung der Band zu nehmen. Um dieser Einflussnahme zu entgehen, gründeten P-Orridge und Konsorten 1984 ihr eigenes Plattenlabel "Temple Records". Als Vertrieb und Propagandainstrument sollte eine "Temple of psychic youth" betitelte Organisation dienen, der man den Anschein einer sektenähnlichen Gruppierung gab, und die neben Platten- und Cassettenkatalogen auch ideologische Schriften verbreitete. Als Ziel von Temple Records hatte man sich gesteckt, durch eine Vielzahl von Veröffentlichungen die bestehende Musikindustrie zu unterlaufen. Das Management von Temple Rec. lag in den Händen von Paula P-Orridge.
Auf Temple Rec. erschienen im Jahr 1984 dann auch sogleich die LP "N.Y. Scum", die Picture-LP "Pagan Day" sowie die Maxisingle "Unclean". Auf "N.Y. Scum" und "Unclean" war zur Besetzung von 1983 nun noch John Gosling an Tapes und Percussion dazugestoßen. Die im Vergleich zu den Vorjahren wesentlich einfachere Produktionstechnik schlägt sich auch auf den wesentlich rauheren Klang dieser Veröffentlichungen nieder. Die LP "Pagan Day" wurde sogar nur an einem einzigen Tag von Genesis P-Orridge und Alex Fergusson mit wenigen Instrumenten eingespielt und enthält einige Tracks, die erst auf späteren Platten voll orchestriert veröffentlicht werden sollten. Die B-Seite von "Unclean", ein Klavierstück namens "Mirrors" ist eine Auftragsarbeit als Filmmusik für Derek Jarman, für den in den Folgejahren noch weitere Titel produziert wurden.
Ebenfalls im Jahr 1984 fand erstmals eine ausgedehnte Tournee durch Europa statt. Zur Bühnenshow gehörten stets Videovorführungen mit provokativem oder schockierendem Inhalt und häufig präsentierte Genesis P-Orridge dem versammelten Publikum seine Intimpiercings. Das Liverepertoire unterschied sich - bedingt durch wechselnde Musiker und wechselndes Drogenlevel - sehr stark von den Studioaufnahmen der Platten, weitgehende Improvisation auf der Bühne war Programm.
Zeitgleich zu den ersten LPs wurden auch Videos vertrieben, auf denen neben eigens produzierten Musicclips auch Interviews zu sehen waren, ideologische Schriften verlesen wurden, und die auch auf der Bühne verwendetes Videomaterial aus dubiosen Quellen enthielten. Zweifelhafte Berühmtheit erlangte dabei insbesondere der Film "Thee first transmission", der neben nachgestellten und angedeuteten Szenen mit sadomasochistischen Praktiken auch gefundenes Videomaterial von Elektrofolter an Kindern enthielt.
Ende 1984 verließen Peter Christopherson und Geoff Rushton (der sich nun John Balance nannte) die Band, um sich voll ihrem eigenen Projekt "Coil" zu widmen. Die Rumpfbesetzung (Genesis und Paula P-Orridge, Alex Fergusson, John Gosling) spielte daraufhin 1985 die LP "Themes 2" ein, die an die der ersten LP von 1982 beigelegte Platte mit Ritualaufnahmen anschließt. "Themes 2" verwendet Samples aus der Engelssprache nach Enoch sowie Endlosschleifen aus Kompositionen von Alexander Skriabin. Auch Balletmusik für das Stück "Mouth of the night" der Mantis Dance Company, die Genesis P-Orridge gemeinsam mit Monte Cazazza und Roc Standfort eingespielt hatte, wurde unter dem Namen "Psychic TV" 1985 auf Temple Rec. veröffentlicht.
Das französische Kleinlabel Sordide Sentimental veröffentlichte im Jahr 1985 eine CD mit einem Mitschnitt des Konzerts von Psychic TV auf der Exo Rouen des Jahres 1984 ("Descending"). Diese CD gilt als eine der ersten Veröffentlichungen, die ausschließlich auf CD erschienen sind.
Ebenfalls 1985 plante Genesis P-Orridge einen Film über den früh verstorbenen Rolling Stones-Gitarristen Brian Jones. Für Soundtrackaufnahmen im Dick James Music Studio in London wurden zahlreiche Musiker verpflichtet, u.a. Dave Ball (von Soft Cell) und dessen Frau Gini Ball sowie Rose McDowall (Current 93, Death in June) und Gatte Drew McDowall. Auch im Hinblick auf eine Tournee im Spätjahr 1985 war die Stammbesetzung der Band bereits um Philip Erb (Keyboards), Mouse (Bass) und Matthew Best (Schlagzeug) verstärkt worden. Diese Rhythmusgruppe prägte den Sound der Band nun ungemein, die dadurch wesentlich rockiger als zuvor klang. Als erstes Resultat der Studioaufnahmen aus London erschien die Brian Jones gewidmete Single "Godstar" auf Temple Rec. und wurde ein respektabler Independent-Hit. Der geplante Film wurde jedoch nicht realisiert und die restlichen Aufnahmen verschwanden vorläufig in der Schublade. Im Spätjahr 1985 führte eine ausgedehnte Tournee die Band wieder durch Europa, im Januar 1986 gab die Band drei aufeinanderfolgende Gastsspiele in Tokyo. Im Frühjahr 1986 fanden wieder zahlreiche Konzerte in Europa statt.
Genesis P-Orridge und Alex Fergusson spielten 1986 gemeinsam mit Dave Ball und Tontechniker Ken Thomas die Maxisingle "Magick defends itself" ein, die Samples von Papst Johannes Paul II., Anton Lavey und John F. Kennedy enthält, und die allerdings kein Erfolg wurde. Anders verhielt es sich mit "Good Vibrations/Roman P.", einer weiteren Singleveröffentlichung von 1986. Während die Coverversion der Beach Boys die Industrial-Fans irritierte, geriet die andere Seite der als Single mit zwei A-Seiten konzipierten Veröffentlichung, "Roman P.", zu einem weiteren beachtlichen Independent-Hit. Der Titel nimmt Bezug auf Roman Polanski bzw. auf den Mord an Sharon Tate durch die "Family" des Charles Manson. Auf einer weiteren Single von 1986 verarbeiteten die umtriebigen Musiker auch noch "Je t´aime" von Serge Gainsbourg, erneut mit Hilfe von Dave Ball, den Stöhn-Part von Jane Birkin übernahm Paula P-Orridge.
Ein Mitschnitt eines der Konzerte in Tokyo von Anfang 1986 wurde noch im Laufe des Jahres als "Live in Tokyo" auf Temple Rec. veröffentlicht. Der Begleittext der Platte kündigte an, dass diese Veröffentlichung die erste einer Serie von 23 Liveplatten sei, die von nun ab in Folge jeweils monatlich am 23. des Monats erscheinen sollten. Der LP lag ein Coupon bei, der besagt, dass die zehnte Platte der Serie nur für diejenigen erhältlich sei, die alle neun Coupons der ersten neun LPs der Serie einsenden könnten. Als zweite Veröffentlichung der Serie erschien binnen Monatsfrist "Live in Paris". Die Serie wurde von nun an fortgeführt, aber nie komplettiert. Insgesamt erschienen nur etwa 15 von 23 geplanten Titeln, und diese auch nicht monatlich.
1987 erschienen folgende LPs der Live-Serie auf Temple Rec.: "Live in Heaven", "Live in Glasgow", "Temporary Temple", "Live in Goettingen", "Live in Toronto", "Live en Suisse" und "Live in Reykjavik". Die Aufnahmen dieser Veröffentlichungen stammten sowohl von den kürzlich absolvierten Konzerten der aktuellen Besetzung (G. P-Orridge, A. Fergusson, M. Best, Mouse, P. Erb), reichten aber auch bis zum November 1983 (Reykjavik) zurück. Die allermeisten Live-Veröffentlichungen von Psychic TV auf Temple Rec. zeichnen sich übrigens gleichermaßen einerseits durch bescheidene Tonqualität, andererseits aber durch detailversessene redaktionelle Anmerkungen auf den Rückseiten der Plattencovers aus. Viele Studioplatten erschienen des Weiteren in Erstauflage als Picturedisks oder mit Beilagen wie Postkarten oder Aufklebern.
1987 wurde auch noch die LP "Themes 3" auf Temple Rec. veröffentlicht, abermals eine LP mit Ritualaufnahmen, die an die beiden bereits erschienenen "Themes"-Veröffentlichungen anschließt und die Aufnahmen enthält, die für eine Medienkunstausstellung in Chicago 1984 eingespielt worden waren.
Nachdem das französische Label Sordide Sentimental mit dem nur auf CD erschienenen Album "Descending" bereits 1985 eine Innovation vorgelegt hatte, erschien auf dem selben Label im Jahr 1987 die Multimedia-CD "Listen Today", die neben 3 Audio-Tracks auch einen digitalen Videoclip von Psychic TV enthält. Diese CD konnte damals nur von wenigen glücklichen Besitzern eines entsprechenden Video-CD-Abspielgeräts abgespielt werden und diese Geräte wurden alsbald von DVD-Playern verdrängt, die nicht mit dem damaligen VCD-Format kompatibel sind, so dass bis heute nur wenige Fans den Video-Clip auch wirklich direkt von dieser CD gesehen haben.
Die Jahre mit Fred Gianneli 1987-1991
Der nächste Stilwechsel bei Psychic TV kündigte sich Mitte 1987 an, als Alex Fergusson, Gitarrist und neben Genesis P-Orridge letztes verbliebenes Gründungsmitglied, die Band verließ. Als neuer Gitarrist kam an seiner Stelle der Kanadier Fred Giannelli, der unter dem Namen "Turning Shrines" bereits 1985 eine LP auf Temple Rec. veröffentlicht hatte. Giannelli war in den Folgejahren nicht nur als Tourgitarrist überzeugend, sondern hat insbesondere bei den folgenden Studioaufnahmen den Psychic-TV-Sound entscheidend geprägt, indem er den Einsatz von Sequenzern und Drumcomputern forciert hat. Die Band öffnete sich nun verstärkt Produzenten und Künstlern der eben im Entstehen begriffenen Techno- und House-Szene. Unter Mitwirkung von u.a. Richard Schiessl (Gründer des House-Labels Sperm Rec.) und Richard Norris (zusammen mit Dave Ball bekannt als "The Grid") erscheinen im Jahr 1988 auf Temple Rec. "Tune in, turn on to the acid house", "Joy", "Tekno Acid Beat", "Jack the Tab" und einige weitere Veröffentlichungen aus der Feder von Fred Giannelli, die inzwischen zu den Klasikern des Acid House gezählt werden und die dazu geführt haben, dass man Psychic TV gelegentlich sogar nachsagt, den Namen des Genres gar erfunden zu haben, was allerdings nicht zutreffend ist.
Trotz der Neuorientierung hin zu elektronischer Tanzmusik veröffentlichen Psychic TV ebenfalls noch im Jahr 1988 das Album "Allegory and Self", das die im Jahr 1985 entstandenen Aufnahmen für den geplanten Film über Brian Jones enthält. Auch die Liveserie wurde mit den beiden Alben "Live at the circus" und "Live at the Mardi Gras" fortgesetzt. Die zehnte LP der Liveserie, obskurerweise eine Picturedisk mit Studioaufnahmen und dem Titel "Psychedelic Violence", war auch noch im selben Jahr für die Einsender der Sammelcoupons der ersten neun Liveplatten bei Temple Rec. erhältlich. Ein Rest der limitierten Auflage gelangte auch in den regulären Plattenhandel.
Auch in den Folgejahren hielt die nun eingeschlagene Veröffentlichungspolitik an. Neben Techno-orientierten Neuproduktionen (z. B. "Love War Riot") erschienen 1989 weitere Alben mit Livekonzerten vergangener Jahre ("A real swedish live show", "Live at the Ritz") auf Temple Rec. Die schlicht "Bregenz" betitelte Liveplatte mit einem Konzert von dort im Jahr 1985 läuft komplett rückwärts, "Live at the Pyramid" erschien als psychedelisch gestaltete Picture-Disk. Die bereits 1986 auf dem Label Sub-Rosa erschienene Coverversion von "Je t´aime" wurde ebenfalls 1989 nochmals auf Temple Rec. veröffentlicht.
1990 hatten Psychic TV endlich wieder einen Single-Hit: "I.C. Water", eine Techno-Pop-Hommage an Ian Curtis. Die Stammbesetzung dieser Zeit besteht inzwischen aus Genesis und Paula P-Orridge, Fred Giannelli (Gitarre & Sequenzer), Daniel Black (Keyboards) und Matthew Best (Drums). Bei der Produktion des Albums "Towards the infinite beat", das größtenteils von Giannelli komponiert wurde, sind abermals Dave und Gini Ball sowie Jordi Valls behilflich. Auf dem zugehörigen Remix-Album "Beyond the infinite beat" haben darüberhinaus auch der früher zur Band gehörende John Gosling sowie Andy Falconer (von The Orb) mitgewirkt und auch Schlagzeuger Matthew Best debüttierte hier als Remixer. Aufgrund des Erfolgs dieser Veröffentlichungen legt das amerikanische Label Wax Trax verschiedene seit 1987 entstandene House-Titel auf zwei Compilations neu auf. Das hauseigene Label Temple Rec. führt darüberhinaus im selben Jahr mit den beiden CDs "Live at the Berlin Wall" Vol. 1 und 2 die langjährige Liveserie fort und veröffentlichte einige zuvor nur als LPs veröffentlichte Alben der Serie zusätzlich auf CD.
Unter dem Namen Psychic TV wurde 1990 auch eine Koproduktion zwischen Genesis P-Orridge und der schwedischen Band "White Stains" unter dem Titel "At Stockholm" veröffentlicht. Diese CD stellt die erste Veröffentlichung mit gesprochenem Text zu meist sehr ruhiger Ambient-Musik unter dem Namen "Psychic TV" dar, auf die noch zahlreiche weitere folgen sollten, wovon allerdings im Jahr 1990 auf dem Höhepunkt der House-Welle noch nichts zu ahnen war. Im Folgejahr 1991 erschien eine Koproduktion von P-Orridge mit dem Industrial-Percussionisten Z´ev nun auch unter dem Namen Psychic TV ("Directions ov Travel"). Die CD enthielt minimale Ambient-Elektronik. Das Hauslabel Temple Rec. legte eine weitere CD-Veröffentlichung einer zuvor nur auf Schallplatte erschienenen alten Live-LP vor. Darüberhinaus erschienen in USA, wo die House-Welle nun einige Jahre nach Europa angekommen war, auf Wax Trax weitere House-Remixes aktueller Produktionen ("Ultrahouse - The LA Connection").
Generell wurde es im Jahr 1991 allerdings ruhig um Psychic TV. Obwohl die Veröffentlichungen von 1990 relativ erfolgreich waren, waren die Tourneen der Jahre 1988 bis 1990 ein finanzielles Desaster gewesen und ungeklärte finanzielle Fragen führten zum Streit zwischen P-Orridge und Giannelli, woraufhin das erfolgreiche und produktive Team zerbrach. Fred Giannelli verließ die Band und gründet das Techno-Label "Telepathic Records", auf dem er nun zumeist eigene Produktionen veröffentlichte. P-Orridge konzentrierte sich mehr und mehr auf das Verfassen esoterisch inspirierter Texte. Auftritte von Psychic TV fanden nur noch sporadisch in improvisierten Besetzungen statt. Im Winter 1991 flog der Rest der Gruppe nach Kathmandu, um sich dort an sozialen Projekten (Armenspeisungen) zu beteiligen.
Die Jahre im Exil 1992-1994
Das Jahr 1992 stellt einen Tiefpunkt der Bandgeschichte dar. Obwohl Schock und Provokation seit annähernd 20 Jahren zum Handwerkszeug von Genesis P-Orridge bei Coum Transmissions, Throbbing Gristle und Psychic TV gezählt haben, nahm ein englischer Journalist bei der Durchsicht alter Live-Dokumentationen Anstoß an pornografischem Material, das auf der Bühne während eines Konzerts gezeigt worden war. Eventuell waren auch die beiden minderjährigen Töchter der P-Orridges, Caresse und Genesse, die seit Anbeginn der Bandgeschichte immer wieder in das Bandgeschehen involviert waren, auf der Bühne gewesen oder aber es wurde das zuvor erwähnte Elektrofolter-Videomaterial gezeigt. Die englische Justiz witterte jedenfalls Pädophilie und stürmte am 15. Februar 1992 das Anwesen von Genesis P-Orridge. Das umfangreiche Archiv des Musikers wurde beschlagnahmt und P-Orridge selbst, der sich noch mit seiner Familie in Nepal aufhielt, per Haftbefehl gesucht. P-Orridge sah sich nun als politisch verfolgt und beschloss, nicht mehr nach England zurückzukehren und in den USA im selbsterklärten "Exil" zu leben.
Ohne Genesis P-Orridge als treibende Kraft kam schnell das Ende für das Label "Temple Records". Der Name ging durch mehrere Hände und wurde von verschiedenen Vertrieben noch für kurze Zeit weitergeführt bevor die Veröffentlichungen unter diesem Label eingestellt wurden. Auch der englische Arm des "Temple ov Psychic Youth", der über die vergangenen Jahre in England zu einer größeren und insbesondere auch ideologischen Bewegung herangewachsen war, zerbrach letztlich, nachdem P-Orridge England den Rücken gekehrt hatte, obwohl er sich bereits um 1986 von der immer dogmatischer werdenden Bewegung losgesagt hatte. Die Dogmatik des nordamerikanischen Zweigs der Bewegung (Temple ov Psychic Youth Nord America, T.O.P.Y.N.A.) ging sogar soweit, dass einige Enthusiasten die Bewegung als anerkannte Religion eintragen ließen und mit entsprechendem religiösen Eifer alte Temple-Bulletins als heilige Schriften verehrten und dies bis heute (2004) tun.
Gemeinsam mit dem Syard-Label veröffentlichte Genesis P-Orridge 1992 das ehedem nur als Bonus-LP zur allerersten Psychic-TV-LP von 1982 erhältliche Album "Themes" erstmals auf CD unter dem neuen Titel "Cold Dark Matter", der sowohl die Stimmung der enthaltenen Musik als auch die Gemütslage des exilierten Musikers zu dieser Zeit treffend beschreibt. Im Booklet äußerte sich P-Orridge auch zu seiner Situation nun in Kalifornien, wo er von den Eltern von Wynona Ryder unterstützt wurde. Die Zusammenarbeit mit dem Syard-Label setzte sich auch im Folgejahr 1993 fort, in dem P-Orridge bei Syard eine Reihe von sechs CDs ("Splinter Test A-F") veröffentlichte, die teilweise altes Psychic TV-Material, teilweise Soundtracks zu Filmen von Derek Jarman und teilweise Unveröffentlichtes enthielten.
Zu dieser Zeit erfolgte auch aus privaten Gründen die Trennung von Genesis und Paula P-Orridge. Paula kehrte mit den beiden gemeinsamen Töchtern Caresse und Genesse jedoch nicht nach England zurück, sondern blieb auch in Amerika, wo sie in den Folgejahren eine spirituell inspirierte Reiseagentur aufbaute.
1993 erschien nach über zwei Jahren ein neues Psychic-TV-Album: "Peak Hour". Kritiker haben diese CD, die nochmals formell auf Temple Rec. erschien, als eines der besten klassischen Techno-Alben überhaupt bezeichnet. Neben Matthew Best, der seit 1985 immer wieder als Drummer oder Remixer beteiligt war, haben hierbei u.a. auch Richard Schiessl und Andrew Chatterley (von Yum Yum bzw. Sperm Rec.) mitgewirkt. Die Produktion erfolgte in London, San Francisco und Nepal. Dies und die spärliche Verwendung von P-Orridge-Samples lässt allerdings den Schluss zu, dass es sich um kein "echtes" Album von Psychic TV handelt, das in gemeinsamer Gruppenarbeit entstanden ist, sondern um eine englische Yum-Yum-Produktion mit aufgesetzten Samples. Die ausgekoppelte Maxisingle "Tribal" wurde dennoch zu einem Hit in der Techno-Szene.
Die Jahre mit Larry Thrasher 1994-1999
Erst im Jahr 1994 war die anhaltende Krise überwunden. Gemeinsam mit dem amerikanischen Musiker Craig Ellenwood absolvierte Genesis P-Orridge nun als Duo unter dem Namen Psychic TV einige Auftritte in den USA. Das Repertoire umfasste gesprochene Texten zu Ambientsounds. Die Texte von Genesis P-Orridge kreisten zu dieser Zeit mehr und mehr um Identitäts- und Geschlechterfragen. Mit "Al-Or-Al" erschien in dieser Bestzung auch ein neues Album unter dem Namen Psychic TV. Die CD ist eine Widmung an Paula P-Orridge, die sich in den letzten Jahren "Alaura" genannt hatte, aber inzwischen bereits über ein Jahr von Genesis P-Orridge getrennt lebte. Die Gründe, zu dieser Zeit ein ihr gewidmetes Album zu veröffentlichen, liegen im Dunkeln; insbesondere da Genesis P-Orridge mit Jackie Breyer bereits eine neue Partnerin gefunden hatte, die ihn ebenfalls in seinem künstlerischen Prozess unterstützte.
Eine Koproduktion von Genesis P-Orridge mit Larry Thrasher mit dem Titel "Breathe", die ebenfalls unter dem Namen Psychic TV erschien, war 1994 eine weitere Fortsetzung der erstmals 1990 auf "A Stockholm" eingeschlagenen und mit Craig Ellenwood weiter definierten Richtung hin zu gesprochenen Texten mit Ambient-Beleitung. Generell war die beginnende Kooperation zwischen dem immer mehr als Texter brillierenden P-Orridge und dem aufgeschlossenen und vielseitigen Musiker Thrasher sehr fruchtbar. Als weiteres Spoken-Word-Album erschien noch im selben Jahr 1994 mit selber Besetzung "A hollow cost". Ebenso noch 1994 wirkte Larry Thrasher auch bei der Herstellung von "Electric Newspaper Vol.1" mit, einer CD, auf der 70 Minuten Samples und Loops aus dem Archiv von Psychic TV enthalten sind, und die laut CD-Text eben jene Samples der Allgemeinheit zur freien Verwendung überlässt. Mit "Ultradrug" erschien darüberhinaus noch ein Remix-Album zum Album "Peak Hour" vom Vorjahr, und zahlreiche ältere Platten wurden neu auf CD veröffentlicht. Die Produktivität von P-Orridge/Thrasher kannte scheinbar keine Grenzen mehr. 1995 veröffentlichten sie unter dem Projektnamen "Splinter Test" das Spoken-Word-Album "Thee fractured garden" und führten als Psychic TV die im Vorjahr begonnene Sample-Serie "Electric Newspaper" mit den Folgen 2 und 3 fort. Mit dem Mixer Andrew Weatherall entstand noch ein weiteres Techno-Album: "Sirens", das als die Fortsetzung zu "Ultradrug" bezeichnet wird. Ein Remix-Album, das auf die CD "A hollow cost" vom Vorjahr aufbaut, erschien ebenfalls 1995 unter Federführung von P-Orridge/Thrasher unter dem Titel "Cathedral Engine".
Liveauftritte fanden in dieser Periode nicht statt, wohl auch deswegen, weil Genesis P-Orridge im April 1995 bei einem Brand im Haus des Produzenten Rick Rubin während der Arbeit an Aufnahmen der Band Love and Rockets schwere Verletzungen erlitt, deren Folgen ihn mehrere Jahre in seinen Bewegungen einschränkten.
1996 erschien abermals unter dem Projektnamen "Splinter Test" das Album "Spatial Memory", an dem neben P-Orridge/Thrasher u.a. auch Gitarrist Michael Campagna und Keyboarder Billy Goodrum mitgewirkt haben. In derselben Besetzung wurde auch das Album "Trip Reset" eingespielt, das nun wieder unter der Bezeichnung Psychic TV erschien und dem noch im selben Jahr das zugehörige Remix-Album "Cold Blue Torch" folgte. "Trip Reset" enthält ungewohnt harmonische Popsongs, darunter eine Coverversion des Pink Floyd-Songs "Set the controls for the heart of the sun". Die vierte und letzte Folge der "Electric Newspaper"-Sample-Serie erschien 1997 daraufhin wieder unter dem Gruppennamen Splinter Test, eine Mini-LP ("Sulphur Low Seed Replication") wieder als Psychic TV.
Da insbesondere seit der Beteiligung von Larry Thrasher seit 1994 zahlreiche Alben unter dem Namen Psychic TV erschienen waren, die sich musikalisch und konzeptionell grundlegend von den vorigen Veröffentlichungen unterschieden haben, und auch die zweimalige Verwendung des Projektnamens "Splinter Test" - einmal davon gar innerhalb einer Alben-Serie! - eher zur Verwirrung der Fans beitrug anstelle eine klare Marschlinie erkennen zu lassen, entschloss man sich um diese Zeit, das Konzept der Gruppe grundlegend zu überdenken. Zu Genesis P-Orridge und Larry Thrasher stieß nun noch der Avantgarde-Gitarrist Bryin Dall. Gemeinsam wollte man sich nun auf Spoken Word zu Industrial/Ambient-Sounds konzentrieren und das gemeinsame Projekt sollte von nun an unter dem Namen "Thee Majesty" firmieren. Psychic TV hingegen sollte mit einem großen Abschlusskonzert in London, wo P-Orridge mittlerweilen nicht mehr zur Fahndung ausgeschrieben war, endgültig zu Grabe getragen werden.
Im Jahr 1998 wurden zunächst drei verschiedene Compilations mit älterem Material von Psychic TV veröffentlicht, denen sich 1999 noch eine weitere anschloss. Ebenfalls 1999 erschien mit "Time´s Up" die erste CD von Thee Majesty, und auf 1. Mai 1999 wurde das finale Abschlusskonzert von Psychic TV in der Royal Festival Hall in London anberaumt, zu dem sich auch der frühere Gitarrist Alex Fergusson und der langjährige Schlagzeuger Matthew Best einfanden. Ein Mitschnitt des Konzerts wurde 2001 als DVD ("Time´s up live") veröffentlicht.
Die Jahre ohne Existenz 2000-2003
In den Jahren 2000 bis 2003 bestand die Band formell nicht mehr, jedoch wurden einige ältere Aufnahmen von Psychic TV neu veröffentlicht. Genesis P-Orridge absolvierte unterdessen zahlreiche Auftritte mit Thee Majesty, u.a. beim renomierten Sonar-Festival in Barcelona. Gleichzeitig beteiligte sich P-Orridge, nun im Gespann mit Partnerin Jackie Breyer unter dem gemeinsamen Namen "Breyer P-Orridge" an Ausstellungen und kündigte an, in einem nun beginnenden Prozess der körperlichen Modifizierung mit der Partnerin zu einem pandrogynen Hybridwesen zu verschmelzen.
Während sich Genesis P-Orridge ersten chirurgischen Schönheitsoperationen unterzog, wurde mit dem englischen Label Voiceprint Music ein Partner gefunden, der bereit war, die exzessive Veröffentlichungspolitik des etwa zehn Jahre zuvor eingestellten Labels Temple Records fortzuführen. Insbesondere sollte die 1986 begonnene, aber nie vollendete Liveserie aus 23 verschiedenen Liveplatten nun in Form von CDs vollendet werden. Allein im Jahr 2003 erschienen daraufhin 12 CDs bei Voiceprint, deren Aussehen und redaktionelle Detailfüle den ersten Liveplatten der Serie aus den 80er Jahren ähnelt, und die zum Teil Wiederveröffentlichungen aus der alten Serie waren, teils aber auch bislang unveröffentlichte Livekonzerte früherer Jahre enthielten.
In den Jahren 2002 und 2003 nahm Genesis P-Orridge auch die Zusammenarbeit mit den schwedischen "White Stains" (nun: "Cotton Ferox") wieder auf, die bereits 1990 auf dem Psychic TV-Album "At Stockholm" beteiligt waren. Im Jahr 2004 erschien unter dem Gruppennamen "Thee Majesty" sowohl eine Zusammenstellung der aktuellen Kooperationen ("Word Ship") als auch Neuauflagen von Spoken-Word-Alben des Duos P-Orridge/Thrasher aus den 90er Jahren. Mit "Godstar - Thee Directors Cut" erschien dazu noch eine Doppel-CD mit überarbeiteten Mixes der 1985 von Psychic TV als Filmmusik eingespielten Titel in Hommage an Brian Jones.
Die Jahre als PTV3 2003-2005
Im Jahr 2003 wurde das Projekt "Psychic TV" wieder neu belebt. Als "PTV3 - thee third couming ov Psychic TV" scharte P-Orridge - inzwischen nach zahlreichen Operationen in eindeutig weiblichem Körper - eine illustre Truppe von Musikern um sich, darunter Lebensgefährtin Jackie Breyer P-Orridge am Sampler, Alice Genese (von Candyass) am Bass, Eddie O Dowd (aka. Morrison Eddley, von den Toilet Boys) am Schlagzeug und den amerikanischen Journalisten und Schriftsteller Douglas Rushkoff an den Keyboards, um zunächst bei wenigen Konzerten in den USA "unclean versions ov thee hyperdelic hits" aus 20 Jahren Psychic TV zu zelebrieren. Den Gastspielen in den USA schloss sich überraschend im Herbst 2004 mit leichten personellen Veränderungen eine ausgedehnte Tour durch Europa, USA und Kanada an. Anlässlich der Tournee ist eine DVD eines Konzerts in New York von 2003 ("Live at thee Coral Room") erschienen, das Ende der Konzertreihe wurde jedoch auch durch den tragischen Tod des früheren Bandmitglieds Geoff Rushton (aka. John Balance) am 13. November 2004 überschattet, und die geplanten drei Gastspiele in Kanada mussten aufgrund organisatorischer Probleme ausfallen.
Auch das Projekt "Thee Majesty" unterlief im Jahr 2004 weitere Veränderungen. Der langjährige musikalische Kopf von Psychic TV und Thee Majesty, Larry Thrasher, war aus bislang noch unbekannten Gründen bei Konzerten von Thee Majesty nicht mehr vertreten. Ab September 2004 wirkte dafür nun Psychic-TV-Drummer Eddie O Dowd (aka. Morrison Eddley), der inzwischen auch die gestalterischen Aufgaben für Plattencovers, Plakate und Flyers übernommen hatte, auf der Bühne bei Thee Majesty mit. Im Januar 2005 absolvierten Thee Majesty ein weiteres Gastspiel mit dem Line-Up G. P-Orridge, Bryin Dall, Eddie O Dowd und nun auch Lady Jaye. Die seit 1999 klare Trennung der Projekte Psychic TV und Thee Majesty scheint nun also wieder zu verschwimmen.
Diskografie (Auszug)
In den bisherigen 23 Jahren der Geschichte der Band waren bislang über 100 Musiker und Musikerinnen maßgeblich beteiligt. Die Zahl der offiziellen Veröffentlichungen von Psychic TV bewegt sich um die 150.
- Force the hand of chance (LP, 1982, WEA)
- Dreams less sweet (LP, 1983, CBS)
- N.Y. Scum (LP, 1984, Temple)
- Pagan Day (LP, 1984, Temple)
- Themes 2 (LP, 1985, Temple)
- Mouth of the night (LP, 1985, Temple)
- Godstar (7" & 12", 1985, Temple)
- Live in Tokyo (LP, 1986, Temple)
- Live in Paris (LP 1986, Temple)
- Magick defends itself (12", 1986, Temple)
- Themes 3 (LP, 1987, Temple)
- Live in Heaven (LP, 1987, Temple)
- Live in Gottingen (LP, 1987, Temple)
- Live in Glasgow (LP, 1987, Temple)
- Live in Toronto (LP, 1987, Temple)
- Live en Suisse (LP, 1987, Temple)
- Live in Reykjavik (LP, 1987, Temple)
- Temporary Temple (LP, 1987, Temple)
- Listen Today (CDV, 1987, Sordide Sentimental)
- Allegory & Self (LP, 1988, Temple)
- Tekno Acid Beat (LP, 1988, Temple)
- Live at the Mardi Gras (LP, 1988, Temple)
- Live at thee Circus (LP, 1988, Temple)
- Kondole (LP, 1989, Temple)
- Live in Bregenz (LP, 1989, Temple)
- A real swedish live show (LP, 1989, Topyscan)
- Live at the Ritz (LP, 1989, Temple)
- At Stockholm (CD, 1990, Psychick Release)
- Towards thee infinite beat (LP, 1990, Temple)
- Beyond thee infinite beat (LP, 1990, Temple)
- Jack the Tab (LP, 1990, Wax Trax)
- Live at the Berlin Wall pt.1 & 2 (CD, 1990, Temple)
- I.C. Water (7" & 12", 1990, Temple)
- Direction ov Travel (LP & CD, 1991, Temple)
- Ultra House (CD, 1991, Wax Trax)
- Cold Dark Matter (CD, 1992, Syard)
- Peak Hour (LP & CD, 1993, Temple)
- Ultradrug (CD, 1994, Visionary)
- Breathe (CD, 1994, Undertainment)
- Al-Or-Al (CD, 1994, Dossier)
- Cathedral Engine (CD, 1995, Dossier)
- Trip Reset (CD, 1996, Cleopatra)
- Cold Blue Torch (CD, 1996, Cleopatra)
- Time´s up live (DVD, 2001)
- Godstar Directors Cut (CD, 2004, Voiceprint)
- Live at thee Coral Room (DVD, 2004)
Links
- http://www.genesisp-orridge.com, offizielle Seite von Genesis P-Orridge/Psychic TV
- http://www.fopi.net, englischprachige Fanseite mit umfangreicher Diskografie
- http://www.23net.tv, japanische Forschungsseite zu Psychic TV
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