Psychobiologie
Der Begriff Psychobiologie konnte bis Ende der 1980er Jahre mit Verhaltensforschung gleichgesetzt werden, da er selten und vor allem als Abgrenzung zur sogenannten klassischen vergleichenden Verhaltensforschung (Ethologie) benutzt wurde.
Inzwischen ist die Psychobiologie dabei, sich als eigenständige, interdisziplinäre Forschungsrichtung zu etablieren, und zwar insbesondere mit der Zielsetzung, das Zusammenspiel von Gehirn und Verhalten zu untersuchen, also zum Beispiel die biologischen Grundlagen von Gemütsbewegungen (Aggressivität, Angst, Freude, Trauer), der Lernfähigkeit, des Sexualverhaltens, des Schmerzempfindens und nicht zuletzt von psychischen und psychiatrischen Erkrankungen (Stressreaktionen, Drogensucht, Demenzerkrankungen).
Die Psychobiologie kann daher als eine Synthese von Neurobiologie und Physiologie, Verhaltensbiologie und Evolutionsforschung, Genetik und Molekularbiologie, Psychologie und Ethnologie aufgefasst werden. Hinzu kommen Berührungspunkte mit der Medizin, der Kybernetik der Kognitionsforschung und der Philosophie.
Allerdings sind die Schwerpunkte der Forschungsprojekte an den jeweiligen Hochschulen oft noch sehr uneinheitlich – einerseits primär im Gebiet der Psychologie (mit Seitenblick auf die Naturwissenschaften im Sinne einer biologischen Psychologie), andererseits primär im Gebiet der Biowissenschaften oder der Medizin (mit Seitenblick auf die Psychologie).
Literatur
- John P. Pinel, Wolfram Boucsein (Hrsg.): Biopsychologie: eine Einführung. Heidelberg 1997, Spektrum Akademischer Verlag, ISBN 3827400244
- Eva Irle, Hans J. Markowitsch (Hrsg.): Enzyklopädie der Psychologie. (Biologische Psychologie Band 7): Vergleichende Psychobiologie. Hogrefe-Verlag 1998, ISBN 3-8017-0548-X
- Klaus Immelmann, Klaus R. Scherer, Christian Vogel: Psychobiologie. Grundlagen des Verhaltens. Beltz-Verlag 1988, ISBN 3-621-27073-6
