Pupille
Die Pupille ist der Teil des Auges, durch den das Licht in das Innere des Auges einfallen kann. Das Auge steuert durch Verkleinern (Miosis) oder Vergrößern (Mydriasis) der Pupille mit Hilfe des muskulären Anteils der Iris den Lichteinfall (Adaptation).
Während eine weitgestellte Pupille immer rund ist, unterscheidet sich die Pupillenform während einer Miosis zwischen den einzelnen Arten. Bei einigen Arten (z. B. Mensch, Hund) verläuft der Schließmuskel der Pupille (Musculus sphincter pupillae) zirkulär, so dass auch die verengte Pupille rund ist. Bei vielen Tieren verläuft dieser Muskel scherengitterartig, so dass sich bei Verengung querovale (z. B. Pferd, Rind) oder senkrecht-schlitzförmige (z. B. Katze) Pupillenformen ergeben.
Unabhängig voneinander entdeckten in den siebziger Jahren israelische und US-amerikanische Wissenschaftler, dass die Größe der Pupille auch durch psychische Prozesse beeinflusst wird. Der Grund dafür ist, dass der die Pupille erweiternde Muskel über Nerven des Sympathikus indirekt mit dem Limbischen System im Gehirn verbunden ist. Das Limbische System wirkt auch bei der Gefühlsentstehung, bei Lernprozessen und bei der Speicherung von Gelerntem im Langzeitgedächtnis mit. Bei besonderer Aktivität des Limbischen Systems wird die Pupille erweitert. Bei Überforderung erschlafft der Muskel und die Pupille wird verkleinert. Da eine bewusste Steuerung der Pupillenbewegung nicht möglich ist, ist die Pupillengröße ein Indikator für die Arbeitsbelastung eines Menschen.
Ein Team um den Pädagogen und Medienforscher Florian Kerkau von der Freien Universität Berlin hat ein Verfahren entwickelt, bei dem mit Hilfe einer Infrarot-Kamera die Pupillenweite bestimmt werden kann und sich durch die Verrechnung mit dem Lichteinfall die Arbeitslast des Gehirns bestimmen lassen soll.
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