Pyridin

Strukturformel
100px|Strukturformel von Pyridin 200px|Raumfüllendes Molekülmodell von Pyridin
Allgemeines
Name Pyridin
Summenformel C5H5N
Andere Namen Azabenzol, Azin
Kurzbeschreibung farblose Flüssigkeit
CAS-Nummer 110-86-1
SMILES C1=NC=CC=C1
Sicherheitshinweise
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Xn (gesundheitsschädlich)
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F (entzündlich)
R- und S-Sätze R 11 - 20/21/22
S 26 - 28A
Handhabung Schutzmaßnahmen: Handschuhe aus Nitril oder PVC, Atemschutz, Schutzbrille
Lagerung Temperaturbereich, Belüftet, trocken o.ä.
MAK 5 ml/m³
LD50 (Ratte,oral) 891 mg/kg
LD50 (Kaninchen,dermal) 1121 mg/kg
Physikalische Eigenschaften
Aggregatzustand flüssig
Farbe farblos
Dichte 0,98 g/cm³
Molmasse 79,1 g/mol
Schmelzpunkt -42 °C
Siedepunkt 115-116 °C
Dampfdruck 20 hPa bei 20 °C
Weitere Eigenschaften
Gut löslich in Ethanol, Ether, Aceton, Ölen/Fetten, Chloroform, Petrolether, Ligroin

SI-Einheiten wurden wo möglich verwendet. Wenn nicht anders vermerkt wurden Normbedingungen benutzt.

Pyridin (Summenformel: C5H5N, Molekulargewicht: 79,10), auch bekannt als Azin oder Azabenzol, ist eine heterozyklische Verbindung mit aromatischen Eigenschaften (siehe Aromaten). Man kann es sich daher vom Benzol abgeleitet denken, in dem das Stickstoffatom mit seinem freien Elektronenpaar die Aufgaben der C-H Gruppe übernimmt, es heißt daher auch Azabenzol.

Inhaltsverzeichnis

Physikalische und chemische Eigenschaften

Pyridin hat einen Schmelzpunkt von -42 °C, der Siedepunkt liegt bei 115 °C; Pyridin liegt daher bei Raumtemperatur als farblose, gesundheitsschädliche, übelriechende Flüssigkeit vor. Es ist mit Alkohol und Wasser mischbar, reagiert schwach basisch und bildet mit Chlorwasserstoffsäure ein kristallines Hydrochlorid, welches erst bei 145 °C schmilzt. Die Einführung des Stickstoffs in den Benzolring hat eine Stabilisierung des aromatischen Systems zur Folge, so dass Pyridin (im Vergleich zum Benzol), nur schwierig substituiert oder oxidativ abgebaut werden kann.

Natürliches Vorkommen

Ein natürliches Pyridiuniumsalz ist NAD. Viele Pyridin-Derivate sind wichtige Naturstoffe, wie beispielsweise Nicotin, Nicotinsäureamid (ein Vitamin, Mangel verursacht Pellagra) oder Vitamin B6 (auch Pyridoxin genannt).

Gewinnung und Herstellung

Pyridin und die Pyridinbasen (Alkylpyridine wie beispielsweise Picoline (dies sind Derivate des Pyridins), werden durch Destillation oder Schwefelsäure-Extraktion aus Steinkohlenteer (in dem es zu 0,1 % vorkommt) gewonnen oder aus Acetaldehyd und Ammoniak hergestellt (für die Pyridinderivate allgemein Hantzsch-Synthese genannt).

Verwendung

Pyridin und die Pyridinbasen werden als Lösungsmittel, für die HPLC, sowie als Synthesebaustein zur Herstellung von einer Vielzahl von Stoffen, wie Arzneimitteln und Herbiziden verwendet. Im Gemisch mit Picolinen wurde Pyridin manchmal zum Denaturieren von Alkohol im Brennspiritus eingesetzt, ist heute aber oft durch ungiftigere Stoffe ersetzt.

Sicherheitsdaten

Historisches

Es wurde zuerst im Knochenöl, welches sich durch starkes Erhitzen von trockenen Knochen bildet, entdeckt. "Pyr" ist abgeleitet vom griechischen Wort für "Feuer".


Kategorie:Heterocyclische Base

See also: Pyridin, Acetaldehyd, Aggregatzustand, Alkohol, Ammoniak, Aromat, Arzneimittel, Benzol, Brennspiritus, CAS-Nummer