Pyroklastischer Strom
Ein Pyroklastischer Strom (von griech. to pyr = Feuer und klao = (zer)brechen) ist eine Feststoff-Gas Dispersion, die sich sehr schnell hangabwärts bewegt und in Begleitung explosiver vulkanischer Eruptionen auftreten kann.
Entstehung
Pyroklastische Ströme treten in zusammenhang mit felsischen, also Quarz- und Feldspat-reichen, seltener intermediären, aber in jedem Falle gasreichen Magmen auf. Steigt Magma in einem Vulkan auf, lösen sich Gase durch die Druckentlastung aus dem Magma, können aber wegen der Zähigkeit des Magmas nicht entweichen. Übersteigt der Gasdruck die Festigkeit des Magmas, entweichen die Gase explosionsartig. Dabei wird flüssige und verfestigte Lava, Gestein, sowie Kristallbruchstücke zusammen mit den mehrere hundert Grad heißen Gasen in einer dichten Dispersion durch den Schlot hoch in die Atmosphäre geschleudert.
Es bildet sich eine plinianische Säule aus heißen Gasen und Thephra. Sobald sich der Schlot erweitert, bzw. der Gasdruck sinkt, bricht die Säule in sich zusammen und gleitet als pyroklastischer Strom hangabwärts.
Durch heiße Gase und kleine Bimspartikel entsteht ein Schmiermittel für größere Klasten, so dass sich der Strom wie eine Flüssigkeit mit sehr geringer Viskosität verhält. In Abhängigkeit der Säulenhöhe können Geschwindigkeiten von über 160 m/s erreicht werden.
Pyroklastische Ströme können auch direkt bei der Explosion von Lavadomen entstehen, wie zum Beispiel 1902 am Mont Pelée auf Martinique oder 1980 am Mount St. Helens.
Die Gefährlichkeit pyroklastischer Ströme wurde sehr genau beim Ausbruch des Mount St. Helens im Jahr 1980 in den USA dokumentiert. Viele historische Katastrophen, im Zusammenhang mit Vulkanausbrüchen, wurden durch pyroklastische Ströme hervorgerufen. Neben den oben genannten Katastrophen am Mt. Pelée und Mt. St. Helens ist der Ausbruch des Vesuv im Jahre 79 n. Chr. ebenfalls mit einem pyroklastischen Strom einhergegangen, der die römischen Städte Pompeji und Herculaneum vollständig unter Asche begrub.
Literatur
- Hans-Ulrich Schmincke: Vulkanismus. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 2000
- Hans Füchtbauer (Hrsg): Sedimente und Sedimentgesteine, 4.Auflage, Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, 1988
Weblinks
http://www.uni-muenster.de/MineralogieMuseum/vulkane/Vulkan-10.htm
