Qinghai
| Abkürzung: 青 (Pinyin: Qīng) | |
| Hauptstadt | Xining |
| Fläche - Gesamt - % Wasser | 4. Stelle 720 000 km² ? |
| Bevölkerung
| 9. Stelle
|
| Verwaltungstyp | Provinz |
| Bild:China provinces qinghai.png | |
| ISO 3166-2-Kürzel | CN-63 |
| Bezirksebenen | 8 |
| Kreisebenen | 42 |
| Gemeindeebenen | 429 |
Qinghai, häufig mit dem tibetischen Amdo gleichgesetzt, ist eine Provinz der Volksrepublik China im Nordosten des tibetischen Hochlandes. Das gesamte Gebiet gehörte - nach gängiger exiltibetischer und westlicher Lesart - als Amdo vor dem Einmarsch der Volksbefreiungsarmee 1949 zu Tibet und wurde danach abgespaltet und durch gezielte Umsiedlungen von Han-Chinesen zu einer eigenen Provinz umbenannt. Historisch gesehen gab es seit dem Ende des großtibetischen Reiches, dem mit den Tsenpos (btsan po) ein Kaiser-gleicher Herrscher vorstand, kein auf dem ganzen tibetischen Hochland geeintes Tibet mehr. Insbesondere Osttibet bestand aus einer Vielzahl kleiner und mittelgroßer Reiche und Gebiete, die teilweise der Lhasa-Regierung der späteren Dalai Lamas, teilweise in hohem Maße eigenständig und teilweise chinesischen Provinzen unterstanden. Seit etwa 1727 wurden der Norden Khams und der größte Teil Amdos von Xining aus verwaltet, einer Stadt, die bis ins frühe 20. Jahrhundert der Provinz Gansu untergeordnet war. Aus diesem Verwaltunsgraum ging 1928 die heutige Provinz Qinghai hervor. Die Bevölkerung ist multi-ethnisch: außer Tibetern, der Han- und Hui-muslimischen Bevölkerungsmehrheit leben in Qinghai auch Mongolen, sowie authochthonen Gruppen der Tu (Monguor), Salaren, Dongxiang, Bao'an sowie einige wenige Kasachen.
Geografie
Die Hauptstadt von Qinghai ist Xining, sie ist auch die einzige größere Stadt in der Provinz. Der Qinghai-See ist der größte Salzsee Chinas und liefert neben Salz auch Phosphate; daneben gibt es Bodenschätze in Form von Erdöl, Kohle und Eisenerz. Im Osten von Qinghai fließt der Huang He (Gelber Fluss), hier wohnt der überwiegende Teil der Bevölkerung. Auch der Yang Tse entspringt in Qinghai. Über die Hälfte des Terrains liegt auf 4.000 - 5.000 Meter Höhe. Landwirtschaft ist bis zu 3.200 Meter Höhe möglich. Das Klima ist kontinental: trockenkalt mit langen Wintern und kurzen Sommern.
Der gebirgige Westen wird von Nomaden bevölkert. Nur etwa ein Drittel der Bevölkerung besteht aus Chinesen, der Rest sind Mongolen, Tibeter und Kasachen.
Die Hauptstadt Xining mit ca. 520.000 Einwohnern gilt seit vielen Jahrhunderten als Tor nach Tibet und Zentralasien.
Wirtschaft
Qinghai gilt als unwirtliche Region. Ein Ruf, den die hier eingrichteten Arbeitslager für Strafgefangene aus allen Teilen Chinas verstärkt haben. Niemand kennt die Zahl der Zwangsarbeiter genau. Doch man vermutet, dass die Dumpingpreise, mit denen China Produkte auf den Weltmarkt wirft, zum Teil durch billige Arbeitskräfte ermöglicht werden, die in solchen Lagern arbeiten. Weil Chinas Regierung alle Angaben geheim hält, sind schier unglaubliche Zahlen im Umlauf: John Avedon betrachtet die Provinz als der Welt größten Gulag. Bis zu zehn Millionen Gefangene könnten seiner Meinung nach hier angesiedelt sein. Offiziellen Angaben zufolge weist Qinghai vier Millionen Einwohner auf, angesichts der unterentwickelten Infrastruktur dürfte die Versorgung von Millionen Sträflingen kaum möglich sein.
Literatur
- Andreas Gruschke: "Demographie und Ethnographie im Hochland von Tibet", in: Geographische Rundschau, 49 (1997), Heft 5, S. 279-286
- Andreas Gruschke: "The Cultural Monuments of Tibet’s Outer Provinces: Amdo", 2 Bände, White Lotus Press, Bangkok 2001
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