Quadrialismus
Unter Quadrialismus ist die Auffassung zu verstehen, nach der die Wirklichkeit nicht aus einer einzigen Entität (Monismus), deren zwei (Dualismus) oder deren drei (Trialismus) zu verstehen oder zu erklären ist, sondern aus der Einheit von vier Entitäten. Schon Aristoteles hat einen Vierstufenbau des Seins konzipiert, nach dem die Materie durch die Pflanzenseele, diese durch die Tierseele und diese durch die Menschenseele geformt wird. Nicolai Hartmann hat diese vier "Schichten" und ihre Beziehungen zueinander genauer analysiert: die anorganische, die organische, die seelische und die geistige Schicht.
Hartmanns Vier-Stufen-Konzept wurde ins doppelt-quadrialistische "Vier-Stufen-vier Seinsweisen- Modell" der Wirklichkeit übernommen und dort sowohl als Evolutionsstufen als auch als deren "Niederschlag" im Menschen - als Persönlichkeitsschichten - interpretiert. Jede dieser die Wirklichkeit "vertikal" untergliedernden Evolutionsstufen sind "horizontal" in zwei unterschiedliche Seinsweisen untergliedert. Im Laufe der Evolution ergeben sich drei aufeinander folgende Seinsweisen: die materiale Seinsweise (Materie), die bisher in der Philosophie unbekannte funktionale Seinsweise und die phänomenale Seinsweise (Bewusstsein), und alle drei sind in die ordinale Seinsweise eingebettet. Als "Schnittstellen" von Evolutionsstufen und Seinsweisen ergeben sich acht "Welten", weshalb das System auch als "Acht-Welten-Modell" (AWM ) der Wirklichkeit bezeichnet wird. Die erste ausdifferenzierte einzelwissenschaftliche Theorie, die diesem neuen Weltbild entspricht, ist die "Empiristic theory of visual gestalt perception".
Literatur
- Nicolai Hartmann: Der Aufbau der realen Welt. de Gruyter: Berlin 1964 (3. Aufl.)
- Lothar Kleine-Horst: Empiristic theory of visual gestalt perception. Hierarchy and interactions of visual functions Enane: Köln 2001, ISBN 3-928955-42-X.
Weblinks
- http://www.neues-weltbild.de/awm.htm (Darstellung des Acht-Welten-Modells der Wirklichkeit)
Kategorie: Philosophie
