R-36 (Rakete)
| Basisdaten | |
|---|---|
| Land | UdSSR |
| Alternative Namen | Scarp, R-36 |
| Klasse | ICBM |
| Nutzlast | (Mod.1) 3.950 kg; (Mod.2) 5.825 kg; (Mod.3) 6.000 kg; (Mod.4) 3 MRV Gefechtsköpfe 6.000 kg |
| Gefechtskopf | Nuklear 5 MT (Mod.1 + 3); 10 MT (Mod.2); 3x2-3 MT |
| Länge | 32,20 m |
| Durchmesser | 3,00 m |
| Startgewicht | 183.890 kg |
| Antrieb | 2-stufig, Flüssigtreibstoff (lagerfähig) |
| Reichweite | 15.000 km |
| In Dienst | 1967-1979 |
Die SS-9 (russische Bezeichnung: R-36) war eine interkontinentale, silo-basierte, ballistische Rakete mit lagerfähigem Flüssig-Treibstoff. Sie war die erste der dritten Generation russischer ICBM's, die auf den existierenden SS-7 und SS-8 Entwürfen aufbaute. Es wird angenommen, das sie zunächst entworfen wurde um große Zivilobjekte direkt anzugreifen, spätere Versionen waren dagegen vorgesehen um direkt die amerikanischen Minuteman Silos anzugreifen. Russische Quellen bestätigen nur letzteres. Die Reichweite erlaubte es jedes Ziel innerhalb der USA und Europas von sicheren Basen in Russland aus zu erreichen.
Es gab vier Versionen der SS-9:
- Das Modell 1 mit einem nuklearen Standard-Gefechtskopf
- das Modell 2 mit einem Gefechtskopf zweimal so stark wie bem Modell 1 (im Wunsch die Startsilos der USA trotz mangelnder Treffgenaugkeit zu zerstören);
- Modell 3 - auch als R-36-O bezeichnet. Hier wurde erstmals ein System angewendet (im US-Sprachgerauch FOBS - Fractional Orbital Bombardment System) das der Sowjetunion erlaubte die USA auf einem Umweg über den Südpol anzugreifen und so die Radar-Warnkette in Nordeuropa und den USA zu umgehen. Dazu wurde der Gefechtkopf auf eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht, von wo aus er jeden Punkt der Erde auf seiner Flugbahn erreichen konnte. Um das System einzusetzen, musste der Gefechtskopf dann lediglich in der Atmosphäre abgebremst werden.
- Modell 4 verwendete 3 getrennte Gefechtsköpfe (im US-Sprachgerauch MRV - Multiple Reentry Vehicles) gesteuert durch ein gemeinsames Steuerungssystem, um der möglichen Raketenabwehr zu entgehen.
Alle Versionen waren zweistufige Flüssigtreibstoff-Raketen und wurden aus Silos gestartet. Die Entwicklung der R-36 begann 1962. Modell 1 und 2 wurden 1967 und Modell 3 und 4 1968 in Dienst gestellt. 1971 waren maximal 255 Raketen der Modelle 1 bis 3 stationiert. Von Modell 4 waren 1973 100 Stück verfügbar. 1979 wurden alle Raketen bis auf Modell 3 außer Dienst gestellt. Modell 3 fiel dann unter den SALT II-Vertrag, die letzte Rakete wurde im Februar 1983 aus dem Startsilo entfernt.
Die R-36 bildete die Grundlage für die Zyklon und die Dnepr Raumflug-Trägerraketen. Hergestellt wurde Sie in der Ukraine.
