Ribosomale RNA
Die ribosomale Ribonukleinsäure, abgekürzt rRNA, ist eine RNA, die in Ribosomen vorkommt. Die rRNA ist wie die tRNA eine Non-coding RNA und trägt somit keine genetische Information, sondern ist am Aufbau und der enzymatischen Aktivität des Ribosoms beteiligt. Die Synthese der rRNA erfolgt wie bei allen RNAs durchTranskription an der DNA.
Die Unterschiede in der Nukleotidsequenz der rRNA bei verschiedenen Organismen können wichtige Aufschlüsse über die Abstammung der Lebewesen (Evolutionstheorie) geben. So ist die derzeit aktuelle Einteilung der Urmünder (Protostomia), der artenreichsten Tiergruppe in Häutungstiere (Ecdysozoa) (u.a. Insekten, Fadenwürmer (Nematoda) etc.) und Lophotrochozoen (Lophotrochozoa) (u.a. Weichtiere, Ringelwürmer) vor allem anhand von Untersuchungen der 18S-rRNA der Ribosomen entwickelt worden.
Im eukaryotischen Ribosom befinden sich vier verschiedene rRNAs. Die 5S-(ca. 120 Nukleotide), die 5,8S- (ca. 160 Nukleotide) und die 28S-rRNA (ca. 4718 Nukleotide) sind Bestandteile der 60S Ribosomen-Untereinheit. Die 18S-rRNA (ca. 1874 Nukleotide) ist hingegen Bestandteil der 40S-Untereinheit des Ribosoms. Im Gegensatz zur 5S-rRNA liegen die Sequenzen der 5,8S-; 18S-, und 28S-rRNAs in Clustern vor d.h., daß sie zusammen als ein Strang transkribiert werden und in der resultierenden Prä-rRNA alle drei rRNAs enthalten sind. Das Primärtranskript wird dann durch Methylierung bestimmter Nukleotide zu den reifen rRNAs gespleißt. An diesem Vorgang sind viele snoRNP's (small nucleolar ribonucleoproteins) beteiligt. Die Transkription der so gereifen rRNA wird von der RNA-Polymerase I übernommen, während die 5S-rRNA direkt von der RNA-Polymerase III transkribiert wird. Die 5S-rRNA ist das einzige bekannte Genprodukt, welches ohne weitere Prozessierung (Veränderung) direkt weiterverwendet wird. Die Synthese der rRNA findet in den Nucleoli statt, in dem sie auch später in die Ribosomen eingebaut wird.
