Radikalische Substitution
Die radikalische Substitution ist eine typische chemische Reaktion der Alkane mit Halogenen. Dabei verläuft der Reaktionsmechanismus als Radikalkettenreaktion nach 3 Reaktionsschritten ab.
- Startreaktion
- Kettenfortpflanzung
- Kettenabbruch
Hier ist die Reaktion am Beispiel der Reaktion von Methan mit Chlor gezeigt:
Bei einem Überschuss von Chlor kann es auch zu Mehrfachsubstitutionen kommen, so dass als Haupt-Produkte auch CH2Cl2, CHCl3 und CCl4 auftreten. Als Nebenprodukte entstehen C2H6 (Ethan) und alle seine Chlor-Derivate.
Der Reaktionsmechanismus verläuft folgendermaßen:
Bild:radikalische_Substitution.png
Im Labor wird allerdings nicht elementares Chlor zur radikalischen Substitution verwendet. Es wird aus sicherheitstechnischen und praktischen Gründen (HCl ist beispielsweise stark giftig, korrosiv und schwierig dosierbar) auf Chlorierungsmittel zurück gegriffen. Die gebräuchlichsten Chlorierungsmittel sind sicherlich Sulfurylchlorid (SO2Cl2) und N-Chlorbutanimid. Diesen Stoffen muss zusätzlich noch eine kleine Menge Initiator beispielsweise AIBN zu gegeben werden, um die höhere Dissoziationsenergie der Cl - SO2Cl Bindung zu überwinden.
Im ersten Schritt der Startreaktion zerfällt unter Wärmezufuhr das AIBN in ein Radikal (R°) und Stickstoff:
1a) AIBN --> R° + N2
Nun greift das Radikal das Sulfurylchlorid an:
1b) R° + SO2Cl2 --> °SO2Cl + RCl
Es schließen sich analog zur radikalischen Substitution mit elementaren Chlor die Kettenfortpflanzungsschritte und die Kettenabbruchreaktionen an.
Cycloaddition | Elektrophile Addition | Elektrophile Substitution | Eliminierung | Nukleophile Addition | Nukleophile Substitution | Oxidation | Radikalische Addition | Radikalische Substitution | Reduktion | Umlagerung
