Radio Data System
Das Radio Data System (RDS) ermöglicht die Übermittlung von Nicht-Audio Zusatzinformation beim Radio/Rundfunk im UKW-Bereich.
RDS wurde ungefähr 1983 von der European Broadcasting Union konzipiert und ist um 1987 zur Marktreife gelangt.
Die verschiedenen Zusatzinformation zielen unter anderem darauf ab, Sender genauer zu identifizieren, zum Beispiel über ihre Sendeinhalte, ihre Namen usw.
RDS wird hauptsächlich in Autoradios verwendet, da es durch die Übertragung der "Alternative Frequencies" möglich ist, ohne Benutzereingriff die Sendestation zu wechseln. Dies erspart das Suchen nach der neuen Frequenz, wenn das Fahrzeug auf der Fahrt den Sendebereich eines Senders verlässt.
RDS bietet aber neben den verbreitet genutzten Funktionen für Programmkennung, Verkehrsfunk und Alternativfrequenzen weitere Möglichkeiten für Zusatzinformationen/Services, die aber von den Sendern nur fragmentarisch genutzt und von vielen Geräten nur teilweise unterstützt werden.
Einige wichtige Services des RDS:
- EON: Enhanced Other Networks
- Ermöglicht den Empfang von Verkehrsfunk (Travel Announcement), obwohl der gewählte Sender kein eigenes TA-Programm anbietet.
- Ist aber (theoretisch) auch dafür geeignet für andere Programmtypen (PTY) z.B. News auf die verbundene Station umzuschalten, wenn dort eine Sendung mit dem betreffenden PTY beginnt, wird leider von den Stationen nicht genutzt.
- PTY: Program Type
- Einteilung der Sender nach Sparten, z.B. Pop-Musik, Nachrichten, Klassik, Jazz etc.,
- leider von vielen Stationen gar nicht oder bestenfalls statisch belegt.
- PTY-31 bietet eine automatische Einschaltlösung für Notfallmeldungen, dieser Dienst wurde bisher nicht realisiert
- TA/TP: Travel Announcement / Travel Programme
- Wird gesendet, wenn ein Sender den sog. Verkehrsfunk anbietet, d.h. wenn Informationen über Staus und Gefahren oder Geisterfahrermeldungen durch ein spezielles Signal angekündigt werden
- PI: Interner Identifikationscode, wird unter anderem bei der Suche nach AFs eingesetzt. Vierstellige Hexadezimalzahl, die meist die ungefähre Identifikationen des Senders ermöglicht, da einzelne Stellen einer bestimmten Systematik folgen
- PS: Programme Service Name.
- Beispiel:
- __SWR3__
- ANTENNE_
- AF: Alternative Frequencies
- Ermöglicht das automatische Wechseln der Frequenz beim Verlassen des Bereiches einer Sendestation. In der AF-Tabelle im RDS werden ständig Alternativfrequenz umliegender Sendestationen ausgestrahlt, die ebenfalls das eingestellte Programm übertragen. Im Normalfall sollte der Empfänger laufend die Qualität des empfangenen Signals überprüfen und gegebenenfalls auf eine andere in der AF-Tabelle angegebene Frequenz wechseln. Der Wechsel ist nur dann erfolgreich, wenn auch der PI-Code übereinstimmt. So vermeidet man, dass das Radio auf eine Frequenz wechselt, die an diesem Punkt von einem gänzlich anderen Programm belegt ist.
- RT: Radio Text
- Übermittelt Zusatzinformationen, wie z.B. den aktuellen Musiktitel und Interpreten oder Kontaktdaten der Station.
- CT:
- Zeitsynchronisation. Wenn das Signal ausgestrahlt wird, können Gangungenauigkeiten der Uhren im Empfänger mit diesem Signal korrigiert werden.
- ODA: Open Data Applicationes. Wurde eingeführt um das RDS System einfach erweiterbar zu machen und somit schnell zusätzliche Datendienste implementieren zu können, ohne den Standart explizit dafür anpassen zu müssen.
Technische Grundlagen:
Die Datenbits sind mit einer Datenrate von 1,1875 kHz auf einen 57 kHz Unterträger des Radiosignals moduliert. Jeweils 26 Bits bilden einen Block, der wiederum aus 16 Datenbits und 10 Prüfbits besteht. Mit Hilfe der Prüfbits können die Blockgrenzen und die Art des Blocks detektiert werden. Jeweils vier Blöcke (ABCD bzw. ABC'D) bilden eine RDS-Gruppe.
Block A Block B Block C Block D +----------------+ +---+ +----------------+ +---+ +----------------+ +---+ +----------------+ |................| |CRC| |................| |CRC| |................| |CRC| |................| +----------------+ +---+ +----------------+ +---+ +----------------+ +---+ +----------------+
Die Spezifikationen findet man in der DIN-Norm
DIN EN50067, Spezifikation des Radio-Daten-Systems (RDS), Deutsche Fassung EN50067:1992, Beuth Verlag GmbH, Berlin.
In Block A wird immer die 16 Bit Sender-ID (program information PI) übertragen. In Block B findet man den Programmtyp (PTY), einen Indikator für Verkehrsfunk (TP) und die RDS-Gruppennummer(Groupe Type GT). Diese gibt Auskunft über die Verwendung der restlichen fünf Bits des Blocks B und der 32 Bits von Block C und D. Es existiert eine Reihe von RDS Gruppen, die für verschiedene zusätzliche Datendienste verwendet werden, z.B. Gruppe 11A (siehe Beispielbitmuster) oder Gruppe 3A für Open Data Applications (ODA)
Block A Block B
+----------------+ +---+ +----+-+-+-----+-----+ +---+ +----------------+ +---+ +----------------+
|................| |CRC| |1011|0|1|.....|.....| |CRC| |................| |CRC| |................|
+----------------+ +---+ +----+-+-+-----+-----+ +---+ +----------------+ +---+ +----------------+
PI GT:11 A T PTY 5bit 16bit 16bit
Radiodatensysteme für Lang-, Mittel- und Kurzwelle
Das RDS-Verfahren kann in der beschriebenen Form nur für Rundfunk im UKW-Bereich verwendet werden. Durch Phasenmodulation des Trägers können aber auch Rundfunksender im Lang-, Mittel- und Kurzwellenbereich für den Hörer nicht wahrnehmbare Zusatzinformationen übermitteln ( AMDS )
Siehe auch: TMC
