Raketenantrieb
Der Raketenantrieb ist eine spezielle Form des Rückstoßantriebs. Die Besonderheit im Vergleich zu anderen Rückstoßantrieben besteht darin, dass sämtliche zur Produktion des ausgestoßenen Antriebsmediums benötigten Komponenten an Bord der Rakete mitgeführt werden.
Dies hat zur Folge, dass eine Rakete während der Betriebsdauer ihres Raketentriebwerks an Masse verliert, und daher bei gleichbleibendem Schub eine steigende Beschleunigung verzeichnet.
Bei einem chemischen Raketenantrieb fällt dieser Effekt viel stärker ins Gewicht als bei einem nuklearen Antrieb, der das ausgestoßene Gas durch eine Kernreaktion erhitzt. Noch weniger Treibstoff verbrauchen elektrische Antriebe z.B. das Ionentriebwerk.
Alle Effekte, die bei einem Raketenantrieb zu verzeichnen sind, wurden 1903 von Konstantin Ziolkowski mit der Raketengrundgleichung dargestellt. Später kam Hermann Oberth unabhängig davon zu den gleichen Erkenntnissen.
Der Raketenantrieb ist die bisher einzige Antriebsart, die es ermöglicht, Raumfahrt zu betreiben. Zum Beschleunigen im Sonnensystem bedient man sich jedoch immer häufiger der Swing-by-Methode um Treibstoff zu sparen. Weitere diskutierte Alternativen zum Raketenantrieb sind Sonnensegel und der Abschuß mit einer Railgun.
Der Raketenantrieb wird bei Fahrzeugen eingesetzt, um Geschwindigkeitsrekorde zu erzielen.
Siehe auch: Strahltriebwerk, Dampfdruckrakete
