Rassentrennung

Rassentrennung, auch Segregation genannt, ist die Trennung von Menschen verschiedener Rassen in einzelnen Bereichen des täglichen Lebens durch Zwang. Rassentrennung ist meist durch Rassismus motiviert. Der Begriff der Rasse ist in diesem Zusammenhang problematisch; meist werden darunter Menschen anderer Hautfarbe (oder mit Vorfahren anderer Hautfarbe) verstanden; diese Definition genügt nicht wissenschaftlichen Kriterien, sondern stellt eine willkürliche soziale Einteilung dar.

Sklaverei beinhaltet zwar in manchen Fällen auch eine Rassentrennung, wird aber nicht unter diesen Begriff gefasst. So spricht man von einer Rassentrennung in den USA erst für die Zeit nach dem Ende der Sklaverei.

Rassentrennung ist ein euphemistischer Begriff, da er eine neutrale Trennung in gleichberechtigte Gruppen suggeriert. In der Praxis dient diese Trennung aber immer dazu, herrschenden sozialen Gruppen Privilegien zu sichern und gleichzeitig Unsicherheitsgefühle ihrer Mitglieder zu beruhigen. Sie richtete sich oft gegen Schwarze.

Zur Rassentrennung gehörte in der Regel ein Verbot der Heirat zwischen Mitgliedern der jeweils als unterschiedlich definierten Menschengruppen. Typischerweise gab es auch getrennte öffentliche Einrichtungen für die Mitglieder der verschiedenen Rassen, zum Beispiel öffentliche Verkehrsmittel, Gaststätten, Theater und insbesondere Schulen. Dabei sind die Einrichtungen für die herrschende Rasse in aller Regel besser ausgestattet, als diejenigen für die ausgegrenzten Rassen.

Beispiele für eine gesetzlich fundamentierte Rassentrennung waren die Segregation in den Südstaaten der USA bis in die späten 1960er Jahre, die Apartheid in Südafrika bis 1990 und die jüdischen Ghettos im Europa des zweiten Jahrtausends.

See also: Rassentrennung, 1990, Apartheid, Euphemismus, Ghetto, Heirat, Rasse, Rassismus, Segregation, Sklaverei