Rationalität

Rationalität (von lat. rationalitas = Denkvermögen) bezeichnet im Allgemeinen die Vernunft oder vernunftbegabtes Handeln. Im erweiterten Sinne wird der Begriff auch im Sinne von Verhältnismäßigkeit verwendet, zum Beispiel für die Verhältnismäßigkeit von Mittel und Zweck. Rationales Handeln liegt demnach vor, wenn angestrebter Zweck und verwendetes Mittel in einem vernünftigen Maß zueinander stehen.

Im Besonderen wird der Begriff Rationalität in folgenden Bereichen verwendet:

Inhaltsverzeichnis

Philosophie

Die Philosophie definiert die Rationalität als ein auf Einsicht begründetes Verhalten. Die Rationalität als Charaktereigenschaft wurde von Aristoteles den Männern zugeschrieben, Frauen hingegen bezeichnete er als irrational.

Mathematik

Rationalität in der Mathematik ist die Eigenschaft von Zahlen, sich als Bruch zweier ganzer Zahlen darstellen zu lassen, also als Ergebnis einer Division, als Quotient dieser Zahlen aufzutreten. Eine Zahl ist also eine rationale Zahl, wenn sie ein Verhältnis zweier ganzer Zahlen darstellt.

Ökonomie

In der Ökonomie wird der Begriff Rationalität hauptsächlich verwendet um folgendes näher zu definieren:

Sozialwissenschaften

Bedeutende Arbeiten über Rationalität veröffentlichte Max Weber, unter anderem auf dem Gebiet der Rechtssoziologie. Von der finalen Rationalität (Zweckmäßigkeit) wird hier die materielle Rationalität (Legitimität) und die formelle Rationalität (Rechtssicherheit) unterschieden (vgl. auch den Typus der rationalen Herrschaft). Diese Gedanken wurden von Niklas Luhmann insbesondere in seinem Werk Legitimation durch Verfahren aufgegriffen.

In der Folge wurde der Begriff unter anderem von Jürgen Habermas (Kommunikative Rationalität) erweitert.

Siehe auch

Rationalisierung, Rationalismus, Rationierung, Rationalitätenfalle

See also: Rationalität, Adam Smith, Aristoteles, Division (Mathematik), Erwartung, Ganze Zahl, Handeln, Herrschaft, Homo oeconomicus, Individuelle Rationalität