Räuber
weiteres siehe: Räuber (Begriffsklärung)
Ein Räuber ist eine Person, die einen Raub begeht oder begangen hat. Im Unterschied zum Dieb hat der Räuber dabei Gewalt angewandt oder damit gedroht, diese anzuwenden.
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Geschichtliches
Räuber gab und gibt es zu allen Zeiten. Grabräuber waren bereits in pharaonischer Zeit in Ägypten bekannt und Menschenräuber kennt man aus vorrömischer Zeit mit dem legendären Raub der Sabinerinnen. In der Bibel ist vom barmherzigen Samariter die Rede, der einem Menschen half, der unter die Räuber fiel.
Bis ins Spätmittelalter hinein waren Räuber oft in Räuberbanden organisiert. Dies stellte eine oftmals autoritär geführte Gemeinschaft dar, die auch noch im 17. und bis ins 18. Jahrhundert bestand. Eine derartige Räuberbande bestand meist aus einem Räuberhauptmann und dessen Gefolgsleuten, die durch einen Schwur auf den Tod miteinander verbunden waren. Die Mitglieder der Räuberbande waren zuvor meist Aussätzige, Ausgestoßene oder Deserteure und Vogelfreie.
Bekannte Räuber und Räuberbanden waren:
- Lips Tullian
- Robin Hood
- Ned Kelly - ein berühmt berüchtigter australischer Straßenräuber
- Johannes Bückler (= Schinderhannes)
- Franz Troglauer
- Mathias Kneißl, auch Kneißl Hias genannt
- Matthias Klostermayr/Matthäus Klostermair, auch Bayerischer Hiasl genannt
- Grasel - der (falsche) österreichische Robin Hood
- Babinsky - noch ein legendärer k&k-Räuber, welchem die Flucht aus dem legendären Spielberg gelang
- Schwarze Garde
- Simon Kramer
- Johannes Karasek
- Janoschick, ein slowakischer Volksheld aus den Beskiden
Räuber in der Literatur
Ausgang des 18. Jahrhunderts entstand eine sich rasch verbreiternde Gattung des Unterhaltungsromans, der sogenannte Räuberroman. Hervorgerufen wurde das Interesse einmal durch die neuerwachte Beschäftigung mit dem Mittelalter, als auch durch die Stücke von Goethe (Götz von Berlichingen, einem Raubritter) und Schiller (Die Räuber). Die Räuberromane jener Zeit hoben das in Schillers Karl Moor angelegte Bild vom großen Kerl und vom Ideal des edlen Verbrechers noch hervor und ließen ihre Räuber und Räuberbanden zwar gegen die Gesetze, aber für die Gerechtigkeit handeln. Zu nennen sind hier vor allem Johann Heinrich Daniel Zschokkes Roman Abâllino, der große Bandit (1793) und Christian August Vulpius Buch von Rinaldo Rinaldini, der Räuberhauptmann (1798).
Zu den Räubern als literarische Gestalten zählen vor allem:
- Ali Baba und die vierzig Räuber (Märchen aus 1001 Nacht)
- Die Räuber, Friedrich Schiller (1782, Uraufführung)
- Das Wirtshaus im Spessart (Erzählungen von Wilhelm Hauff, gleichnamige Erzählung auch verfilmt) (1828 Buch)
- Die Räuberbande, Leonhard Frank (1914)
- Räuber Hotzenplotz (Kinderbuch von Otfried Preußler) (1962/1970/1973)
- Die drei Räuber (Bilderbuch von Tomi Ungerer) (1963)
- Ronja Räubertochter (Jugendbuch von Astrid Lindgren, auch verfilmt) (1981 Buch)
Belegt ist, dass zumindest die von Hauff erwähnten Spessarträuber existierten und vor allem Händler auf dem sogenannten Eselsweg, die Salz und andere Güter transportierten, ausraubten und für die Kaufleute ein Lösegeld verlangten. Anzumerken ist auch, dass vor allem wieder im 20. Jahrhundert die Räuberromantik oftmals für Kinder verharmlosend dargestellt und in manchen Werken auch pädagogisch relativiert wurde.
Moderne Räuber
Im 19. und 20 Jahrhundert wurden vor allem Postkutschenüberfälle und spektakuläre Bankräuber durch Presse und audiovisuelle Medien bekannt. Der Postraub des Räuberhauptmanns Ronald Biggs ist hier ebenso zu nennen wie die bankraubenden Dalton-Brüder. In Süddeutschland war Johannes Bückler, der "Schinderhannes" aus dem Hunsrück des späten 18. Jahrhunderts, das Vorbild für Bernhard Kimmel und seine nach ihm benannte Kimmel-Bande, die von 1956 bis 1961 im Pfälzer Wald Raubzüge und Einbrüche unternahmen. Handtaschenräuber in Großstädten sind im Zuge der Beschaffungskriminalität nahezu alltäglich. Auch hat die Räuberei von Markenkleidung und Handys zugenommen.
Redewendungen
Umgangssprachlich sind eine Reihe von Redewendungen gebräuchlich, z. B.
- Hier sieht es aus wie in einer Räuberhöhle = hier ist es sehr unordentlich
- Erzähle keine Räuberpistolen = erzähle keine (unwahren, übertriebenen) Geschichten
- Räuberzivil anhaben = der Situation unangemessen, nachlässig gekleidet sein
Im politischen Leben gerne zitiert wird Augustinus' Vergleich von Staaten ohne Rechtsstaatlichkeit mit Räuberbanden: Remota itaque iustitia quid sunt regna nisi magna latrocinia? Quia et latrocinia quid sunt nisi parva regna? (De Civitate Dei, Liber IV,4); sinngemäße Übersetzung "Nimm die Rechtsstaatlichkeit weg, was sind Staaten wenn nicht große Räuberbanden? Denn was sind Räuberbanden anderes als Staatswesen im Kleinen?"
Als Räuber bezeichnet man in der Biologie auch ein Tier, das sich ein anderes zum Opfer macht, siehe Räuber-Beute-Beziehung, Raubtier.
Siehe auch
Bankraub - Fra Diavolo - Grabräuber - John Dillinger - Mundraub - Raub - Räuber und Gendarm - Räuberische Erpressung - Räubersynode - Raubkrieg - Raubritter - Raubtier - Seeräuber
Weblinks
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