Raumstation
Raumstationen sind Raumfahrzeuge, die sich meist im Orbit eines Himmelskörpers befinden und es Menschen ermöglichen, längere Zeit auf ihnen zu leben. Raumstationen sind, da sie selbst nicht über einen Antrieb zur Fortbewegung oder Landevorrichtungen verfügen, auf andere Raumfahrzeuge für Transporte angewiesen.
Technisch herausfordernd beim Betrieb einer Raumstation ist vor allem die Versorgung der Besatzung. Auf Grund der hohen Kosten für Transporte mussten Systeme entwickelt werden, die den Betrieb einer Raumstation weitgehend autark erlauben, d.h. in einem geschlossenen Kreislauf. Besonders bei der Aufbereitung von Wasser und Luft wurden dabei große Fortschritte erzielt.
Die Umlaufbahn um die Erde ist in 300 Kilometern Höhe nicht stabil, da eine sehr dünne Atmosphäre die Raumstationen ständig abbremst. Ohne regelmäßigen Schub in höhere Umlaufbahnen würden Raumstationen daher nach einigen Monaten oder Jahren wieder in die Erdatmosphäre eintreten. Auch die Gravitation anderer Himmelskörper könnte die Umlaufbahn einer Raumstation stören. Raumstationen benötigen daher eine ständige Versorgung, besonders von Treibstoff zur Kurskorrektur.
Die erste Raumstation war 1971 die sowjetische Saljut 1. Die bisher bedeutendste Raumstation war die sowjetische Station Mir, die fast 15 Jahre lang schrittweise ausgebaut und genutzt wurde.
Für die Zukunft ist geplant, Raumstationen in größerer Entfernung zur Erde in einem der Lagrange-Punkte zu positionieren. Die Lagrange-Punkte ermöglichen der Raumstation einen wesentlich stabileren Orbit, was die nötigen Kurskorrekturen und damit den Treibstoffverbrauch erheblich reduzieren würde. Allerdings ist die Intensität der kosmischen Strahlung in einer größeren Entfernung zur Erde erheblich größer, weil dort die Auswirkungen der Atmosphäre wesentlich geringer sind. Für eine solche Raumstation wäre es also notwendig, besondere Vorkehrungen zum Strahlenschutz treffen.
Liste von Raumstationen:
Siehe auch: Raumfahrt, Russische Raumfahrtbehörde
