Reflexbogen (Physiologie)
Als Reflexbogen bezeichnet bei einem Reflex den Weg, den ein Reiz vom Auslöser zum reagierenden Organ nimmt. Dabei kann der Weg in 5 Schritte gegliedert werden:
- Registrierung des Reizes im Rezeptor und Übersetzung in eine Erregung.
- Die Erregung wird über einen sensorischen Nerv in Form von Aktionspotenzialen zum Verarbeitungszentrum weitergeleitet, meist in das Rückenmark.
- Im Verarbeitungszentrum wird die Erregung verschaltet und die festgelegte Reaktion ausgelöst.
- Wieder wird die Erregung über einen motorischen Nerv weitergeleitet; diesmal zum ausführenden Organ (Effektor).
- Das ausführende Organ wird tätig.
Da die Reaktion des ausführenden Organs auch eine Änderung des Zustandes des Rezeptors bewirkt - das ist ja der Sinn eines Reflexes - spricht man gelegentlich auch von einem Reflexkreis.
Reflexe sind darauf ausgerichtet, nach einen Reiz eine besonders schnelle Reaktion auszulösen; deswegen ist der Reiz gleichsam fest mit einer zugehörigen Reaktion verschaltet: Es gibt auf jeden Reiz genau eine definierte Reaktion. Da hier keine Wahl zwischen mehreren potentiellen REaktionen getroffen werden muss, braucht die Erregung nicht über das Rückenmark zum Gehirn und dann wieder zurück zu einem ausführenden Organ geleitet zu werden. Das spart viele Verschaltungen und damit auch wertvolle Zeit. Da die Anzahl von Verschaltungen, also von Weiterleitungen zwischen Nervenzellen, für die Effektivität eines Reflexes von entscheidender Bedeutung ist lohnt sich die Unterscheidung von Reflexbahnen in monosynaptische und polysynaptische Reflexbögen. Monosynaptische Reflexbögen, also mit nur einer einzigen Verschaltung zwischen Nervenenden, sind besonders effektiv. Bei polysynaptischen Reflexen können zusätzliche Erregungsmuster an das Gehirn geschickt werden (zum Beispiel für "Schmerzen" als Warnsignal), wodurch das Gehirn zusätzliche Reaktionen des Körpers ermöglichen kann.
Polysynaptische Reize können auch an- bzw. abgewöhnt werden. So kann man Niesen unterdrücken oder das Auge so trainieren, dass man bei einem bestimmten Geräusch die Lider zumacht. Bei einem monosynaptischen Reiz haben die Individuen keinerlei Einfluss auf den Verlauf.
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
