Regenbogenschlange

Die Regenbogenschlange ist die zentrale Figur der Mythologie der Aborigines, den australischen Ureinwohnern. Sie gilt als Schöpfer der Welt und aller Lebewesen.

Den Mythen zufolge bewohnt die Regenbogenschlange während der Trockenzeit die wenigen verbliebenen Wasserlöcher und kontrolliert mithin die kostbarste Ressource überhaupt. Als unberechenbarer Gegenspieler der stets verlässlichen Sonne bringt sie den verhofften Regen. Sie steht deshalb als Symbol für das beginnende Leben.

In den vom Monsun geprägten Gegenden Australiens erzählen die Legenden von heroischen Kämpfen zwischen der Sonne, der Schlange und dem Wind. In den zentralen Wüstengebieten sind die saisonalen Witterungsunterschiede hingegen schwächer ausgeprägt, was sich auch in den dort verbreiteten Geschichten reflektiert.

Die Regenbogenschlange gilt als der wohlwollende Beschützer seines Volkes und als erbarmungsloser Verfolger der Gesetzesbrecher. Die Mythen, die sich um sie ranken, dienen als moralischer Wegweiser im Alltagsleben und sind auch mit dem Fruchtbarkeitskult verbunden. Die Geschichten sind vielfältig und variieren leicht unter den einzelnen Stämmen. Am genauesten überliefert sind die der nordaustralischen Bewohner.

Ihre Zweigeschlechtlichkeit und die Tatsache, dass sie in manchen Darstellungen ähnlich dem Ouroboros als sich in den eigenen Schwanz beißend dargestellt wird, weist auf eine archaische, metaphysische Bedeutung dieses mythischen Wesens hin, in dem die Natur insgesamt in ihrem Urzustand, der Traumzeit, verkörpert ist.

Weblinks

See also: Regenbogenschlange, Aborigines, Archaisch, Australien, Legende (Erzählung), Metaphysisch, Monsun, Mythologie, Mythos, Ouroboros