Reggaeton
Reggaeton (auch Reggaetón oder Requetón) ist eine Musikrichtung, die sich aufbauend auf Reggae, Dancehall, Hip-Hop, lateinamerikanischen Musikrichtungen und Dance Musik entwickelt hat. Seinen Ursprung hat der Reggaeton in Puerto Rico und Panama. Mittlerweile ist er in ganz Lateinamerika sowie in Spanien populär geworden. In den USA bauen bereits einige Majorlabel Beteiligungen an Plattenfirmen in Puerto Rico auf, um die Musik vertreiben zu können. Es existieren in Europa zwar noch keine Vertriebswege, dennoch erlangt der Reggaeton auch hier eine immer größere Bekanntheit. In vielen großen Städten des Kontinents findet man Clubs, wo Reggaeton aufgelegt wird. Manche glauben, Reggaeton stünde, ähnlich dem Reggae aus Jamaika in den 1970ern, auch in nicht spanischsprachigen Ländern kurz vor einem Durchbruch. Dafür sprechen immer häufigere Collaborations zwischen Dancehall- und Reggaeton-Artists (wie z.B. Mr. Vegas und Daddy Yankee).
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Geschichte
Die ersten Reggaemusiker Lateinamerikas tauchten Mitte der 1970er in Panama auf. Der Reggae war hier dank der vielen jamaikanischen Einwanderer, die zum Bau des Panamakanals ins Land gekommen waren, populär geworden. Einige sind der Meinung, dass auch der Reggaeton legitimerweise Panama zugeschrieben werden müsse. Entscheidende, den Reggaeton ebenfalls charakterisierende Elemente wie Einflüsse aus Hip-Hop und House, wurden jedoch erst von Künstlern aus Puerto Rico entwickelt. Man sollte daher wohl eher von einer Mischung verschiedener regionaler Einflüsse sprechen, aus denen sich der Reggaeton in seiner heutigen Form entwickelt hat.
Die ersten spanischsprachigen Hip-Hop-Tapes kamen Mitte der 1980er aus Puerto Rico. Anfang der 1990er fand auch Ragga aus Jamaika auf der Insel eine breitere Aufmerksamkeit. Die CD Dancehall Reggaespanol auf dem Major-Label Columbia brachte die Musik auch nach Europa. Die spanischen Versionen von Ragga-Hits wie El desorden von Nando Boom (Original Stick it up von Cutty Ranks) und Hombre Murio von Killer Ranks (Original Nuff Man a Dead von Super Cat) muteten zwar exotisch an, waren aber richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Entwicklung des Reggaeton.
Man nannte diese Musik damals "under", als Kurzform von "Underground". Auch wenn Panama eine längere Reggae- und eigentlich auch Reggaetonkultur vorzuweisen hat, blieben die neuen Riddims aus Puerto Rico nicht unbemerkt. In den folgenden Jahren mischte sich der Panamaer Reggaeton mit dem aus Puerto Rico. Es kamen ebenfalls kubanische Elemente hinzu. Der heutzutage in Lateinamerika so erfolgreiche Reggaeton war geboren.
Im Laufe der 90er Jahre wurde der Reggaeton nach und nach zu einem bedeutenden Musikstil in ganz Lateinamerika. Einer der ersten Welterfolge war El Meneaito (1989) von Gaby; er wurde nach 1990 mehrmals remixt und in vielen südamerikanischen Ländern in seinen diversen Versionen zu einem beliebten Club-Hit. Der Sound des Reggaeton wurde immer weiter perfektioniert und die Bewegung insgesamt kommerzialisiert.
Erst gegen Ende der 90er Jahre gelang der Stilrichtung auch der Sprung nach Europa, wo er anfangs in Spanien populär wurde. Die bekanntesten Reggaeton-Hits in Europa waren Papi Chulo (aus dem gleinachnamigen Film von 2003) von Lorna sowie Sientelo von Speedy (eigentlich Antonio Ortiz Garcia) aus Puerto Rico aus dem Jahr 2004. 2005 gelang mit Gasolina von Daddy Yankee erstmals einem Reggaeton-Hit den Sprung in die deutschen Top Ten der Charts.
Charakterisierende Elemente
Das wohl auffälligste Merkmal des Reggaeton ist der konstante Rhythmus eines Drumcomputers (Drum-Machine). Der charakteristische Rhythmus des Reggaeton heisst "Dem Bow"-Rhythmus, benannt nach dem gleichnamigem Song von Shabba Ranks, der die Entwicklung des Reggaeton-Sounds stark beeinflusst hat. Es ist eine sehr eindringliche, konstant zum Tanzen animierende Musik. Man spürt nicht nur die Enflüsse von Dancehall und elektronischer Musik (wie z.B. Hip-Hop Beats), sondern sogar afrikanische Elemente, die sich über die Musik der Sklaven in verschiedene lateinamerikanische Stile wie Bomba und Plena gerettet haben und sich im Reggaeton wiederfinden.
Die Texte sind sehr direkt und unverblümt. Die Künstler singen über alltägliche Kriminalität und Gewalt, die sie aus ihrer Heimat kennen. Themen wie die Liebe und das Tanzen sind ebenfalls sehr häufig. Oft aber dreht es sich einfach schlicht um Sex.
Der Tanz zu Reggaeton heißt Perreo. Dieser Tanz ist sehr erotisch und sexbetont, weshalb er von vielen Fans auch als "Sex mit Kleidern" bezeichnet wird.
Die Texte sind fast durchweg in spanischem Sprechgesang (Rap) gehalten, die stilistisch zwischen dem schnellen, harten "Toasting" im Dancehall und eher melodischem oder langsameren "Old School" Hip-Hop liegen. Die Musik ist aufpeitschend mit interessanten, abwechslungsreichen Rhythmen. Der sparsam instrumentierte Stilmix spiegelt den Culture Clash der karibischen Musikstile wieder.
In Kuba hat der verwendete Text sogar eine politisch-sozialkritsche Funktion, da hier verschlüsselte Systemkritik geübt wird.
Bekannte Künstler
- Baby Rasta & Gringo
- Cheka
- Cubanito
- Daddy Yankee
- Divino
- DJ Sy
- Don Chezina
- Don Omar
- El General
- El Mexicano
- Ghetto y Gastam
- Guanabanas
- Héctor y Tito
- Ivy Queen
- Karel y Voltio
- Lito y Polaco
- Mey Vidal
- Nicky Jam
- N.O.R.E.
- OG Black y Master Joe
- Pitbull
- Tego Calderón
- Wisin y Yandel
- Zion y Lennox
Weblinks
- Reggaeton Music Info
- VideoMax Reggaeton Fernsehkanal in Puerto Rico
- Mix 107.7 Reggaeton Radiosender in Puerto Rico
- reggaeton-music.de Reggaeton Portal (deutsch)
- Mundoreggaeton Reggaetonportal (spanisch)
- Perreo Tv
- 100% Reggaeton Hitz 24/7 Reggaeton Radio Station
- Perreo Radio
- Bilder, Videos und Infos zu Reggaeton (spanisch)
