Reinhardshagen

Wappen Karte
fehlt noch 140px|Deutschlandkarte, Position von Reinhardshagen hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Geografische Lage: 51° 30' n. Br.
09° 37' ö. L.
Höhe: 159 - 472 m ü. NN
Fläche: 12,99 km²
Einwohner: 5136 (31. Dezember 2003)
Bevölkerungsdichte: 395 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34359
Vorwahl: 05544
Kfz-Kennzeichen: KS
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 022
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Amtsstraße 10
34359 Reinhardshagen
Website: www.reinhardshagen.de
E-Mail-Adresse: gemeinde@reinhardshagen.de
Politik
Bürgermeister: Lothar Merkwirth

Die Gemeinde Reinhardshagen, bestehend aus den Ortsteilen Vaake und Veckerhagen, liegt im oberen Weserbergland direkt an der Weser, ca. 10 km nördlich der Fachwerkstadt Hannoversch-Münden. Reinhardshagen gehört zum Landkreis Kassel in Hessen.

Der Ort entstand 1972 im Laufe der Gebietsreform aus den beiden Orten Veckerhagen und Vaake. Der Name der Gemeinde leitet sich vom südwestlich des Ortes liegenden Reinhardswald ab.

Vaake

Die evangelische Kirche in Vaake liegt unter alten Bäumen am Weserufer. Der spätromanische Bau wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut. Die steinerne Wehrkirche hat einen leicht querrechteckigen Westturm. Das daran gleich breit anschließende Langhaus ist einschiffig und hat einen etwas schmaleren, quadratischen Chor. Die zwei Portale in Holzrahmung an der Südseite sind von 1678.


Das Langhausgewölbe wurde im 30jährigen Krieg zerstört. Nur die Schildbögen und die zweitteiligen Wandvorlagen sind original erhalten. Die jetzige Deckem eine Balkendecke mit Längsunterzug und Mittelpfosten, wurde 1678 errichtet. Die 1937 freigelegten Wandmalerein in mittelrheinischem Stil wurden um das Jahr 1400 angefertigt. Sie stellen an den Wänden Passionsbilder dar, unter den Gewölben sind das Jüngste Gericht, die Marienkrönung, Symbole der Evangelisten, Bilder der Heiligen Petrus und Stephanus. Im Nordfenster und in einem Obergadenfenster sind Bilder stehender Heiliger. Das Nordfenster des Chors aus dem Jahr 1643 ist bemalt mit dem Bild eines Schäfers mit Herde.

Am Weserufer des ehemaligen Fischerdorfs Vaake bilden Fachwerkhäuser mit teils niederdeutschen Einfluss, zum Beispiel der charakterischen großen Mitteldiele, den Abschluss der 30 Meter breiten Uferpromenade.

Veckerhagen

Die evangelische Kirche in Veckerhagen ist ein kreuzförmiger Fachwerkbau mit einem stattlichen Haubendachreiter in der Mitte. Das Innere der Kirche ist mit dreiseitigen Emporen als Längssaal gestaltet. Die Steinsäulen der Emporen stützen gleichzeitig das Kirchendach. Die Treppen befinden sich in den räumlich abgetrennten Kreuzarmen. Die Orgel der Kirche stammt aus dem Spätrokoko. Sie wurde vermutlich um 1780 erbaut.

Das Veckerhäger Schloss liegt am Weserufer. Es wurde an der Stelle einer mittelalterlichen Burg in den Jahren 1689 und 1690 im Auftrag des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel erbaut. Die Leitung des Baus oblag vermutlich Paul du Ry. Das Schloss ging 1810 in den Besitz der Fabrikantenfamilie Habich über, die noch heute das Schloss und die daneben liegende Farbenfabrik besitzt.

1666 wurde die Eisenhütte in Knickhagen (Fuldatal) aufgelassen und nach Veckerhagen verlegt. Das Hüttenensemble aus Maschinenfabrik, Gießereihaus, Rosenhaus und Veckerhäger Bergamt entstand am oberen Ende der Weserstraße am Osthang des Reinhardswaldes. Die landgräfliche Eisenhütte Veckerhagen produzierte bis 1903 eine breite Palette von hochwertigen Erzeugnissen, von der ein bereits 1834 erschienener "Gußwaren-Katalog" kündete. Neben gedrillten Stahlseilen für die in Veckerhagen über die Weser verkehrende Gierseilfähre goss man vorwiegend Reliefplatten für offene Kamine und die Teile für den weit verbreiteten "Veckerhäger Ofen", der über Bremen sogar Kunden in Skandinavien und den USA fand. Denis Papin baute hier um 1706 den ersten Dampfzylinder. 1838 untersuchte Robert Wilhelm Bunsen hier erstmalig die chemischen und physikalischen Eigenschaften von Hochofengasen und des Hochofenprozesses. Die gesamte Hüttenanlage ist gemäß § 2 Hess. Denkmalschutzgesetz geschützt und wird im zukünftigen "ECOMUSEUM Reinhardswald" eine bedeutende Rolle spielen.

Weblinks


See also: Reinhardshagen, Gierseilfähre, Hann. Münden, 13. Jahrhundert, 1666, 1678, 1689, 1690