Reinke de Vos
[[Bild:Reineke Fuchs.jpg|thumb|350px|Reineke Fuchs (von W.v.Kaulbach)]]
Der 1498 anonym gedruckte Reinke de Vos (Reynke de vos) ist das bedeutendste niederdeutsche Tierepos in Versen. Das satirische Epos berichtet, wie sich der Übeltäter Reineke vor dem König der Tiere, dem Löwen, durch eine geniale Lügengeschichte aus allen Anklagepunkten rettet und sich so gegen alle seine Widersacher als Sieger durchsetzt.
Reinke de vos steht in einer alten Tradition der europäichen Tierepik, die von der lateinischen "Ecbasis captivi", dem "Isengrimus" und dem "Reinardus vulpes" des Nivardus über den französischen "Roman de Renart", den deutschen "Reinhart Fuchs" von Heinrich dem Gleißner zum niederländischen "Reinaert de Vos" führt.
Das Werk war ähnlich verbreitet und populär wie "Eulenspiegel" und wurde in mehrere europäische Sprachen übersetzt. Luther nannte es eine "lebendige Contrafacur des Hoflebens", Goethe eine "unheilige Weltbibel". Die hochdeutsche Übertragung erschien 1544 in Frankfurt am Main, Gottscheds Prosaübersetzung, auf der Goethes Reineke Fuchs basierte, 1752.
Literatur
- Reineke Fuchs. Übertragung und Nachwort von Karl Langosch. Stuttgart: Reclam, 1967.
