Relation
Die Relation (lat. relatio: „das Zurücktragen“) bezeichnet
- allgemein die Beziehung zwischen Objekten
- mathematisch eine Beziehung zwischen den Elementen zweier Mengen, siehe Relation (Mathematik)
- in der Datenbanktechnik eine zweidimensionale Tabelle, siehe Relation (Datenbanktechnik)
- veraltend eine geschäftliche Verbindung
- veraltet für den von dem Mitglied eines Kollegiums als Berichterstatter oder Referenten erstattete mündliche oder schriftliche Vortrag. Der in besonders wichtigen Fällen übliche Vortrag eines zweiten Mitglieds des Kollegiums (des Korreferenten) über dieselbe Sache heißt Korrelation
- veraltend eine Berichterstattung des amtlichen Vollzugs- und Dienerpersonals über Behändigungen, Vorladungen und andere ihm befohlene Handlungen, siehe Bericht
- Titel der ersten Zeitung ("Relation aller fürnemmen und gedenckwürdigen Historien"), 1605 in Straßburg erschienen
- mit Hilfe einer räumlichen Relation können Objekte bezüglich eines Referenzobjektes lokalisiert werden (siehe räumliche Relation)
Der Begriff der Relation steht im engen Zusammenhang mit den Begriffen Struktur und System. In der Systemtheorie versteht man unter der Struktur eines Systems die Menge aller Relationen zwischen den einzelnen Elementen des Systems.
Der Begriff "Relation" ist nicht identisch mit dem Begriff Zusammenhang. Ein Zusammenhang zwischen Objekten ist eine spezielle Art der Relation zwischen ihnen. Von einem Zusammenhang zwischen zwei Objekten spricht man dann, wenn die Relation so beschaffen ist, daß eine Veränderung des einen Objekts von einer entsprechenden Veränderung des anderen Objekts begleitet wird. Nicht jede Relation ist also schon ein Zusammenhang. Objekte, zwischen denen kein unmittelbarer Zusammenhang besteht, können dennoch zueinander in Beziehung gesetzt werden, etwa hinsichtlich ihrer Größe, Lage, Existenzdauer u.a.
Klassifikation
Relationen werden in der Regel nach den Merkmalen der Reflexivität, Symmetrie, Transitivität eingeteilt.Für die wissenschaftliche Forschung ist es darüber hinaus bedeutsam, partikuläre oder vollständige, punktuale, ein- oder mehrdimensionale sowie stellenmäßig bestimmte oder stellenmäßig unbestimmte Relationen zu unterscheiden.
Von besonderer Bedeutung ist die Unterscheidung in innere und äußere Relationen: von inneren Relationen spricht man dann, wenn alle zueinander in Relation stehenden Objekte zueinander in demselben Referenzsystem definiert sind und eine Änderung des Referenzsystems die Relation zwischen den Objekten nicht verändert. Innere Relationen sind also invariant gegenüber Transformationen des Referenzsystems.
Philosophie
Für den subjektiven Idealismus, dem zufolge die Dinge der Realität nur insofern existieren, als sie vom Subjekt wahrgenommen werden, sind auch die Relationen zwischen ihnen nur Beziehungen zwischen subjektiven Empfindungs- bzw. Bewusstseinsinhalten. Im objektiven Idealismus dagegen werden die Relationen verselbständigt; sie werden zwar unabhängig vom Subjekt betrachtet, jedoch gelten sie als ideelle Wesenheiten.
In der materialistischen Dialektik wird der objektive Charakter der Relationen betont. Da die jeweiligen Objekte und ihre Eigenschaften objektiv-real existieren, sind auch die Relationen zwischen ihnen objektiv. Relationen können materieller oder ideeller Art sein, je nachdem, ob die in Relationen zueinander stehenden Objekte materiell oder ideell sind. So sind z.B. die Verhältnisse, die die Menschen in ihrer praktischen Tätigkeit untereinander eingehen, materielle Relationen, während Relationen zwischen Begriffen, Aussagen u.a. ideelle Relationen sind.
