Renate Schmidt

thumb|Renate Schmidt Renate Schmidt, geb. Pokorny (* 12. Dezember 1943 in Hanau) ist eine deutsche Politikerin (SPD).

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Herkunft

Renate Schmidt wuchs in Coburg, Fürth und Nürnberg in einem behüteten evangelischen Elternhaus auf. Der Vater, ein technischer Angestellter, entstammte einer Prager Juristen- und Offiziersfamilie, während die Mutter, eine Verkäuferin und Reiseleiterin, Vorfahren aus Siebenbürgen hatte.

Ausbildung und Beruf

Das Gymnasium musste Renate Schmidt vorzeitig auf Druck der Schulleitung ein Jahr vor dem Abitur verlassen, da ihre Schwangerschaft mit 17 Jahren als "Schande für die Schule" angesehen wurde. Ihr Freund Gerhardt Schmidt, den sie 1964 heiratete, und beide Familien unterstützten sie tatkräftig. Während ihr Mann studierte, begann sie 1961 nach der Geburt des ersten Kindes beim Großversandhaus Quelle eine Ausbildung zur Programmiererin zu arbeiten und entwickelte sich zur Systemanalytikerin weiter. Nach einer Zeit der Selbständigkeit (1968 bis 1970) kehrte sie als leitende Systemanalytikerin zu Quelle zurück. In dieser Zeit gebar sie 1963 und 1970 zwei weitere Kinder. 1972 wurde sie Mitglied des Betriebsrats und war von 1973 bis 1980 dafür von der Arbeit freigestellt. Ab 1975 war Renate Schmidt auch Mitglied des Gesamtbetriebsrates des Konzerns und des Wirtschaftsausschusses. Von 1980 bis 1988 war sie stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft HBV in Bayern.

Familie

Renate Schmidt war in erster Ehe seit 1964 mit dem Hochbautechniker und Architekten Gerhardt Schmidt († 1984) verheiratet, mit dem sie 3 Kinder (Jenny, Florian und Alexander) hat. Für die damalige Zeit ungewöhnlich, gab ihr Mann 1974 seine Tätigkeit als Architekt auf und kümmerte sich um Haushalt und Kinder, da Renate Schmidt ein höheres Einkommen als ihr Mann hatte.

Seit Mai 1998 ist sie in zweiter Ehe mit dem Sozialwissenschaftler und Maler Hasso von Henninges verheiratet.

Politik

Renate Schmidt ist seit 1972 Mitglied der SPD. Zusammen mit ihrem ersten Mann gründete sie 1973 eine örtliche Gruppe der SPD-Jugendorganisation "Die Falken", die sie bis 1978 leitete.

1980 gewann sie im Wahlkreis Nürnberg die Wahl zum Mitglied des Deutschen Bundestages und wiederholte 1983, 1987 und 1990 diesen Erfolg. Von 1987 bis 1990 war sie stellvertretende Vorsitzende SPD-Bundestagsfraktion und Vorsitzende des Fraktionsarbeitskreises "Gleichstellung von Mann und Frau". In der 12. Wahlperiode war sie von 1990 bis 1994 Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages.

Renate Schmidt ist seit 1991 Mitglied des Präsidiums der SPD auf Bundesebene. Von 1997 bis 2003 war sie stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD.

Von 1991 bis 2000 war sie Landesvorsitzende der SPD in Bayern und gehörte dem Bayerischen Landtag von 1994 bis 2002 an, bis 2000 auch als SPD-Fraktions-Vorsitzende. Bei den Landtagswahlen 1994 und 1998 war sie jeweils Spitzenkandidatin der SPD für das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten, konnte sich beide Male Male trotz deutlicher Stimmengewinne (besonders 1994) nicht gegen den Amtsinhaber Edmund Stoiber durchsetzen. 1999 kündigte sie ihren langfristigen Rückzug von der Partei- und Fraktionsspitze an, den sie dann schon im Mai 2000 vollzog.

Der weitgehende Rückzug ins Privatleben endete 2002. Seit dem 22. Oktober 2002 gehört sie als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der von Bundeskanzler Gerhard Schröder geführten Bundesregierung an.

Bücher

Siehe auch

Weblinks

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Personendaten
Schmidt, Renate
deutsche Politikerin (SPD)
12. Dezember 1943
Hanau

See also: Renate Schmidt, 12. Dezember, 1943, 1972, 1980, 1991, 1994