Resonanzkatastrophe

Zu einer Resonanzkatastrophe kann es kommen, wenn ein schwingungsfähiges System von außen in der Nähe seiner Resonanz-Frequenz (auch: Eigenfrequenz) angeregt wird. Bei fortgesetzter Anregung in genügender Stärke werden die bei dieser so genannten erzwungenen Schwingung auftretenden Kräfte so groß, dass das System bzw. dessen Material zerstört wird. Der starre Gleichschritt vieler Füße kann beispielsweise eine Resonanz auslösen.

Häufig wird das folgende Beispiel für eine Resonanzkatastrophe angeführt:

Im Jahr 1850 marschierten 730 französische Soldaten im Gleichschritt über die Hängebrücke von Angers. Die Brücke geriet in heftige Schwingungen und stürzte ein. 226 Soldaten fanden dabei den Tod.

Es ist daher vielfach untersagt, im Gleichschritt über eine Brücke zu marschieren. Dies betrifft vor allem Soldaten, die gewöhnlich in dieser Gangart marschieren. Für diese heißt es dann "Ohne Tritt, marsch!", wenn sie eine Brücke überqueren.

In einigen Physikbüchern ist als anderes Beispiel für eine Resonanzkatastrophe die Zerstörung der Tacoma Narrows Bridge im US-Staat Washington dokumentiert. Diese Ansicht ist falsch, da es sich nicht um eine periodische Anregung der Schwingung, sondern um ein nichtlineares Phänomen der Aeroelastizität handelte.

Literatur

American Journal of Physics, Februar 1991)


Kategorie:Akustik Kategorie:Wellenlehre

See also: Resonanzkatastrophe, 1850, Aeroelastizität, Angers, Eigenfrequenz, Frequenz, Gleichschritt, Hängebrücke, Militärischer Befehl, Resonanz (Physik)