Ricarda Huch
Ricarda Huch (* 18. Juli 1864 in Braunschweig; † 17. November 1947 in Schönberg im Taunus, heute Kronberg; Pseudonym: Richard Hugo) war eine deutsche Schriftstellerin, Dichterin und Erzählerin.
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Leben
Ricarda Huch wuchs in Braunschweig auf. Sie studierte, da dies für sie als Frau in Deutschland nicht möglich war (siehe: Frauenstudium), in der Schweiz Geschichte und Philosophie und promovierte 1892 an der Universität Zürich. Seit ihren Studientagen war sie mit der Tiermedizinerin Marianne Plehn befreundet, die später die erste Professorin in Bayern werden sollte. Sie arbeitete als Bibliothekarin und Lehrerin in Zürich und Bremen. Später lebte sie unter anderem in Berlin und von 1935 bis 1947 als Schriftstellerin in Jena. Die dortige Friedrich-Schiller-Universität zeichnete Huch 1946 mit der Ehrendoktorwürde aus. Sie sprach zuletzt auf dem ersten deutschen Schriftstellerkongress nach dem Krieg in Berlin 1947.
Ricarda Huch war zwei Mal verheiratet, zunächst mit dem italienischen Zahnarzt Ermano Cecconi, danach mit ihrem Cousin Richard Huch.
Als Protest gegen die nationalsozialistischen Machthaber trat sie noch im Frühling 1933 aus der Preußischen Akademie der Künste aus. Das Verhalten des Dritten Reiches ihr gegenüber war widersprüchlich. Als Huch 80 wurde, bekam sie Glückwunschtelegramme von Goebbels und Hitler, doch in der Presse durfte ihr Geburtstag nicht erwähnt werden. Gegen Ende des Krieges fasste Huch den Plan, das Leben der Widerstandskämpfer gegen Hitler in Biographien festzuhalten. Das Projekt wurde nach ihrem Tod von Günther Weisenborn realisiert.
Wirken
Mit der historischen Prosa (historische Romane, Geschichtsbücher) beeinflusste sie nachdrücklich Golo Mann, der auf ihre Deutsche Geschichte eine Fortsetzung zum 19. Jahrhundert folgen ließ.
Außerdem wurden ehemalige Mädchengymnasien in Braunschweig-Gliesmarode und Hannover-List Ricarda-Huch-Schule getauft. Es sind jetzt Gymnasien mit mehr als 600 Schülerinnen und Schülern. Im Foyer in Braunschweig steht sogar eine Ricarda-Huch-Büste, in Hannover sind verschiedene Wandmalerein vorzufinden.
Die Ricarda-Huch-Schule [1] in Dreieich ist ein Gymnasium mit etwa 1200 Schülerinnen und Schülern.
Auszeichnungen und Ehrungen
- 1924 Ehrensenatorin der Universität München
- 1931 Goethe-Preis der Stadt Frankfurt
- 1944 Wilhelm-Raabe-Preis
- 1946 Ehrendoktorwürde der Friedrich-Schiller-Universität in Jena
Werke
- Die Blütezeit der Romantik. 1899
- Ausbreitung und Verfall der Romantik. 1902
- Aus der Triumphphase. 1902
- Die Geschichten von Garibaldi. 1906
- Menschen und Schicksale aus dem Risorgimento. 1908
- Der letzte Sommer. (Briefroman) 1910
- Das Leben des Grafen Federigo Confalonieri. 1910
- Der große Krieg in Deutschland. 1914
- Der Fall Deruga. (Krimi) 1917
- Michael Bakunin und die Anarchie. 1923
- Gesammelte Gedichte. 1929
- Deutsche Geschichte. 1934-49
- Herbstfeuer. 1944
- Urphänomene. 1946
Literatur
- Helene Baumgarten: Ricarda Huch. Von ihrem Leben und Schaffen. 2. Aufl. Köln u.a.: Böhlau. 1968.
- Marianne Beese: Kampf zwischen alter und neuer Welt. Dichter der Zeitenwende (Friedrich Hölderlin - Novalis - Heinrich Heine - Friedrich Hebbel - Ricarda Huch). 2. Aufl. Rostock : Neuer Hochsch.-Schr.-Verl. 2001. ISBN 3-935319-80-0
- Jutta Bendt: Ricarda Huch. 1864-1947. Eine Ausstellung des Deutschen Literaturarchivs im Schiller-Nationalmuseum Marbach am Neckar. 7. Mai - 31. Oktober 1994 Schiller-Nationalmuseum Marbach. Marbach am Neckar: Dt. Schillerges. 1994. (= Marbacher Kataloge; 47) ISBN 3-929146-13-4
- Anne Gabrisch: In den Abgrund werf ich meine Seele. Die Liebesgeschichte von Ricarda und Richard Huch. Zürich: Nagel u. Kimche. 2000. ISBN 3-312-00264-8
- Gunther H. Hertling: Wandlung der Werte im dichterischen Werk der Ricarda Huch. Bonn: Bouvier. 1966. (= (Abhandlungen zur Kunst-, Musik- u. Literaturwissenschaft; 40))
- Seong-Eun Kim: Das Prinzip Gerechtigkeit. "Geschichtsgefühl" und "Gestaltungskraft" in Ricarda Huchs Werken nach 1914. Aachen: Shaker. 2001. ISBN 3-8265-9144-5
- Hans Henning Kappel: Epische Gestaltung bei Ricarda Huch. Formal-inhaltliche Studien zu 2 Romanen. "Von den Königen und der Krone", "Der große Krieg in Deutschland". Frankfurt am Main: Lang. 1976. (= Europäische Hochschulschriften; 194)
- Karl Heinz Koehler: Poetische Sprache und Sprachbewußtsein um 1900. Untersuchungen zum frühen Werk Hermann Hesses, Paul Ernsts und Ricarda Huchs. Stuttgart: Heinz. 1977. (= Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik; 36)
- Cordula Koepcke: Ricarda Huch, ihr Leben und ihr Werk. Frankfurt am Main: Insel. 1996. ISBN 3-458-16774-9
- Vivian Liska: "Die Moderne - ein Weib". Am Beispiel von Romanen Ricarda Huchs und Annette Kolbs. Tübingen u.a.: Francke. 2000. ISBN 3-7720-2751-2
- Hans-Werner Peter u. Silke Köstler: Ricarda Huch (1864-1947). Jubiläumsband zu ihrem 50. Todestag anläßlich des Internationalen Ricarda-Huch-Forschungssymposions vom 15.-17. November 1997 in Braunschweig. Braunschweig : pp-Verl. 1997. ISBN 3-88712-050-7
- Michael Meyer: Willensverneinung und Lebensbejahung. Zur Bedeutung von Schopenhauer und Nietzsche im Werk Ricarda Huchs. Frankfurt am Main u.a.: Lang. 1998. (= Hamburger Beiträge zur Germanistik; 25) ISBN 3-631-33302-1
- Stefanie Viereck: So weit wie die Welt geht. Ricarda Huch. Geschichte eines Lebens. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. 1990. ISBN 3-498-07059-2
Weblinks
- Tabellarische Kurzbiografie zu Ricarda Huch
- Tabellarische Kurzbiografie zu Ricarda Huch mit vielen Bildern
- Kurzbiografie zu Ricarda Huch
- Überblick über die Texte von Ricarda Huch im Internet
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Huch, Ricarda |
| ALTERNATIVNAMEN | Pseudonym: Richard Hugo |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Schriftstellerin, Dichterin und Erzählerin |
| GEBURTSDATUM | 18. Juli 1864 |
| GEBURTSORT | Braunschweig |
| STERBEDATUM | 17. November 1947 |
| STERBEORT | Schönberg im Taunus, heute Kronberg |
