Riesling

Der Riesling gilt wie auch Chardonnay als hervorragende Weißweintraube. Der deutsche Riesling genießt ein hohes Ansehen auch auf den internationalen Märkten, Spitzenlagen (z.B. Piesport, Hochheim am Main) werden zu Höchstpreisen gehandelt.

Riesling stellt hohe Anforderungen an die Lage (jedoch nicht an den Boden), da er sehr spät reift. Optimale Bedingungen bieten die wärmespeichernden steinigen Steillagen entlang der Flusstäler wie sie etwa an der Mosel gegeben sind. Aufgrund ihres relativ hohen Säureanteils zeichnen sich Rieslingweine durch sehr gute Lagerfähigkeit aus. Die Farbe kann von blass-gelb mit Grünstich bis goldgelb reichen. Der Geschmack zeichnet sich durch vielfältige fruchtige Aromen, wie Grapefruit, Limone, Zitrone, Apfel, Birne und Passionsfrucht, aus. Altersgereifte Weine weisen häufig einen Petrolton auf. Normalerweise sind die Weine leicht bis mittelschwer und werden als frisch, stahlig, rassig und mineralisch beschrieben. Der Riesling bringt jedoch ebenfalls großartige süße Weine hervor. Die besten Süßweine werden entweder als Eiswein geerntet oder aber die Konzentration der Geschmacksstoffe erfolgt auf natürlichem Wege über die Edelfäule, die Botrytis Cynerea. In beiden Fällen stellt sich ein honigwürziges Aroma ein. Riesling eignet sich außerdem zur Herstellung von Schaumwein.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Riesling stammt vermutlich von einer Wildrebe am Oberrhein ab. Die frühe Verbreitung des Rieslings, der Wuchs, die Größe der Beeren, .. . deuten auf eine direkte Verwandtschaft mit der Wildrebe. Vom Rheingau aus wurde der Riesling im 11. und 12. Jahrhundert in ganz Deutschland verbreitet, konnte sich aber nur langsam durchsetzen. Die längste Rieslingtradition haben wahrscheinlich die Winzer im Rheingau und an der Mosel; von dort gibt es historische Dokumente, die auf die Jahre 1435 beziehungsweise 1465 datiert wurden. Im 17. Jahrhundert wird der Riesling von staatlicher Seite zur Anpflanzung empfohlen.

Anbaugebiete

Deutschland

Riesling ist in Deutschland mit 21.050 ha Anbaufläche (Stand: März 2004) und einem Gesamtertrag von 1.615.000 hl (Stand 2003) die am weitesten verbreitete Rebsorte, die in allen deutschen Weinbaugebieten kultiviert wird. Mit grossem Abstand folgen Müller-Thurgau und Silvaner. Die größten Riesling-Anteile haben Pfalz (4900 ha), Rheingau (2600 ha), Mittelrhein (500 ha), Mosel-Saar-Ruwer (6400 ha), Württemberg (2600 ha), Baden (1350 ha), Rheinhessen (2300 ha), Nahe (1100 ha) und Hessische Bergstraße .

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren deutsche Rieslingweine ebenso hoch eingeschätzt und erzielten gleiche Preise wie die großen Rotweine Frankreichs.

Österreich

In Österreich wird der Riesling entlang der Donau in mehreren Weinanbaugebieten kultiviert, von denen die Wachau das Bekannteste ist. Die steilen Steinterrassen am Nordufer der Donau und im Spitzer Graben tragen durch ihre Fähigkeit Wärme zu speichern dazu bei, Spitzenweine mit ausgewogener Säure und fruchtigem Geschmack zu erzeugen. Die Anbaufläche beträgt ca. 1640 ha, dies entspricht ca. 5% der gesamten Rieslingfläche weltweit.

Als zweite grosse Rieslinglage konnte sich in den letzten Jahren das Kremstal bzw. das Kamptal um Langenlois etablieren. Die Urgesteinslagen (z.B. am Zöbinger Heiligenstein, Kremser Gebling) erbringen differenzierte, mittelschwere und sehr sortentypische-fruchtige Weine, die sich klar von der Wachau unterscheiden.

Eine weitere kleine, aber hochwertige Fläche findet sich im Wiener Stadtgebiet am Nußberg bzw. am Bisamberg.

Frankreich

In Frankreich wird der Riesling offiziell ausschließlich im Elsass angebaut. Die Anbaufläche beträgt dort 3400 ha. Für das Elsaß charkteristisch sind trockene Weine mit verlockendem Duft und kräftigem Alkoholgehalt (häufig 12% oder mehr). Im trockenen Elsäßer Klima besteht nur sehr wenig Fäulegefahr und es sind ausgedehnte Reifeperioden möglich, die dann zu VENDANGES TARDIVES oder den noch süßeren Sélections DE GRAINS NOBLES führen können.

Luxemburg

In Luxemburg sind etwa 10% der 1350 ha Gesamtfläche mit Riesling bestockt. Er erbringt trockene, dank Chaptalisation recht körperreiche Weine, die dem Elsäßer Stil näher sind als dem der Mosel-Saar-Ruwer .

Australien

In Australien wird der Wein auch als Rhine Riesling bezeichnet. Bis vor wenigen Jahren wurden jedoch nahezu alle Weißweine Riesling genannt. So bezeichnete man mit Hunter River Riesling die Sémillon-Traube! Aufgrund des warmen Klimas leidet der Riesling in Australien noch unter Identitätsproblemen; bisher kann man noch nicht flächendeckend gute Qualitätsweine erhalten. Schwerpunkte des Anbaus in Australien sind das Clare Valley / Watervale in den Höhenlagen, Eden Valley, die Adelaide Hills sowie Tasmanien. Die bestockte Rebfläche wird auf ca. 3750 ha geschätzt.

Neuseeland

Neuseeland ist ein Weinerzeugerland mit kühlem Klima. Dies trifft insbesondere auf die Südinsel zu. Insbesondere das Anbaugebiet Marlborough sowie das Gebiet um die Stadt Nelson bringt Rieslinge mit exzellenter Säure und großer Delikatesse hervor. Da die Geschichte qualitativ hochwertiger Rieslingweine in Neuseeland noch sehr kurz ist (sie begann Ende der 1980er Jahre), verspricht die Zukunft noch vieles. Die Rebfläche beträgt ca. 580 ha.

Moldawien

Moldawien gehört mittlerweile zu den 10 größten Weinproduzenten der Erde. Die bestockte Fläche an Riesling beträgt 2400 ha und wird sortenrein oder in Form von Schaumwein ausgebaut.

USA

Riesling wird mehr und mehr in den USA angebaut. Winzer in New York produzieren Rielingweine in der Fingerlakeregion, und an der Westküste gibt es Anbaugebiete in Kalifornien und Oregon.

Neuzüchtungen

Der Riesling wird oft für Neuzüchtungen verwendet. Bei folgenden Sorten hat er als Vater- oder Muttersorte Pate gestanden: Albalonga, Aris, Arnsburger, Bacchus, Breidecker, Ehrenfelser, Grando, Johanniter, Königsast, Merzling, Müller-Thurgau, Oraniensteiner, Osteiner, Perlriesling, Primera, Quanyu B, Rabaner, Rieslaner, Rotberger, Ruling, Scheurebe, Thurling, Witberger, Zähringer.

See also: Riesling, 11. Jahrhundert, 12. Jahrhundert, Albalonga, Arnsburger, Australien, Bacchus, Baden (Land), Bergstraße, Botrytis