Rig Veda
Rigveda (Vedisch, Sanskrit), m., ऋग्वेद, ṛgveda, veda = Wissen, ṛc = Verse) ist einer der Veden und bedeutet Veda der Loblieder. Bei der Rigvedasamhita handelt es sich um eine ca. 1200 - 1000 v. Chr. zusammengestellte Sammlung von 1028 (nach anderen Zählungen 1017) Hymnen. Diese Hymnen sind in 10 Mandalas (Liederkreise) genannte Bücher eingeteilt.
Der Rigveda besteht (wie die anderen Vedas auch) aus mehreren Textschichten. Die älteste Schicht bilden die Samhitas, die Lieder bzw. Hymnen. Insbesondere der Rigveda ist berühmt für seine Hymnen. Sie sind in vedischer Sprache abgefasst. Die nächste Textschicht sind die Brahmanas, die vor allem aus Ritualtexten bestehen. Dann kommen die Aranyakas, die sogenannten Waldtexte. Die letzte Schicht bilden die Upanishaden, die größtenteils philosophische Abhandlungen enthalten. Die Sprache der letzten Schichten ist Sanskrit. Die anderen Schriften des Veda sind der Samaveda, der Yajurveda und der Atharvaveda.
Der Rigveda enthält die Texte, die für den Hotri ("Rufer"), einen der Priester im vedischen Opferkult, von Bedeutung sind. Es handelt sich um Loblieder an Götter wie Agni, Indra oder Varuna. Diese Götter gab es, unter ähnlichen oder ganz unterschiedlichen Namen, auch bei anderen Völkern der indoeuropäischen Sprachgruppe. Die Hymnen an die Götter sind wie magische Formeln, die die Götter in die Präsenz der Menschen zwingt. Bei Nichteingeweihten erweisen sich diese Hymnen jedoch nach Auffassung der Priester als wirkungslos.
Im Rigveda befinden sich die ersten nachweisbaren Quellen zum Kastensystem. Im 10. Buch wird im Purushasukta beschrieben, wie im Rahmen eines Opers aus dem Urriesen Purusha die vier Kasten (Varnas) entstehen. Aus dem Mund entstehen die Brahmanen, aus den Armen die Kshatriya, aus den Schenkeln die Vaishya und aus den Füßen die Shudra. Obwohl es sich bei dem 10. Buch um ein spätes Buch des Rigveda handelt, kann man davon ausgehen, dass zu dieser Zeit das Kastenystem im sozialen Leben noch nicht voll entwickelt war. Bemerkenswert ist dennoch, dass hier bereits eine mythologische Legitimation von gesellschaftlicher Stratifizierung geleistet wird.
Nach dem Shatapatha Brahmana besteht der Rigveda aus 432.000 Silben, was der Anzahl der muhurtas (1 Tag hat 30 muhurtas) in 40 Jahren entspricht. Diese Aussage betont die den Veden zugrundeliegende Philosophie einer Verbindung zwischen Astronomie und Religion.
Im 14. Jahrhundert schrieb Yaska als einer der Ersten einen ausführlichen Kommentar zum Rigveda.
Weblinks
- http://wikisource.org/wiki/ऋग्वेदः
- http://www.sacred-texts.com/hin/rigveda/index.htm - Text des Rigveda (Englische Übersetzung)
- http://www.sanskritweb.net/rigveda/ (Rigveda in Devanagari)
